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Vortragsprogramm
Neue wissenschaftliche Erkenntnisse und aktuellste Produktentwicklungen aus der Industrie finden in unseren Vorträgen der Scientific Conference und des Forum for Innovation ihren verdienten Platz.
14.10.2026
14:30
15:00
Room 1
Eine Fallstudie zur Stärkung analytischer Werkzeuge für Umweltbewertungen wasserlöslicher Polymere
Scientific Conference (SEPAWA)
| Home Care, I & I Cleaning (SEPAWA®)
, Detergents
(nach dem Kongress in der SOFW Mediathek verfügbar)
Vortragssprache: English
Wasserlösliche Polymere sind in vielen Branchen weit verbreitet, insbesondere in Abflussprodukten und Waschmitteln. Ihr Verhalten in der Umwelt wird jedoch zunehmend kritisch hinterfragt, unter anderem aufgrund von Verwirrung um die Bezeichnung „Mikroplastik“, Bewertungsmethoden, Bioakkumulationspotenzial, Persistenz und Umweltauswirkungen.
Diese Präsentation zeigt, wie wir die analytischen Werkzeuge verbessert und die gewonnenen Daten und mechanistischen Erkenntnisse genutzt haben, um Formulierern und Regulierungsbehörden eine angemessene Bewertung des Umweltrisikos zu ermöglichen. Sie bietet Anregungen, wie diese Werkzeuge zur Entwicklung eines evidenzbasierten Ansatzes eingesetzt werden können – einschließlich der Identifizierung von Wissenslücken –, um die Umweltauswirkungen genauer zu untersuchen. Ebenso wichtig ist, dass die analytischen Erkenntnisse die Grundlage dafür bilden, welche Toxizitäts- und/oder Sicherheitstests für spezifische chemische Verbindungen geeignet sind. Ein konkretes Fallbeispiel ist Polyvinylalkohol im Vergleich mit Polyethylenglykol, einschließlich Systemen wie Polystyrol und Polyethylen. Der Ansatz ist jedoch auf alle wasserlöslichen Polymere anwendbar.
14.10.2026
15:00
15:30
Room 1
Die Wahrnehmung der Geruchsfrische bei Textilien entschlüsseln: Erkenntnisse aus dem „Freshness Gap“
Scientific Conference (SEPAWA)
| Home Care, I & I Cleaning (SEPAWA®)
, Detergents
(nach dem Kongress in der SOFW Mediathek verfügbar)
Vortragssprache: English
Frische in der Textilpflege spiegelt die sensorische Wahrnehmung sauberer, angenehm duftender Textilien wider, die durch das Gleichgewicht zwischen verbleibendem unangenehmen Geruch und der Freisetzung von Duftstoffen im Laufe der Zeit bestimmt wird. In der Praxis werden Textilien mit hoher Duftstoffablagerung von den Verbrauchern nicht immer als frisch empfunden, was die Komplexität der Frischewahrnehmung verdeutlicht.
In dieser Studie wurden standardisierte Textilsubstrate mit Formulierungen behandelt, die sich in ihrer Duftzusammensetzung und ihren Geruchskontrolleigenschaften unterschieden. Flüchtige Verbindungen wurden über mehrere Zeitpunkte hinweg mittels Headspace-GC-MS überwacht, während geschulte Sensorik-Panels die Intensität unangenehmer Gerüche, Duftattribute, den hedonischen Ton und die Frischewahrnehmung zu verschiedenen Zeitpunkten bewerteten.
Die Ergebnisse zeigen, dass die wahrgenommene Frische nur teilweise mit der Duftintensität allein korreliert, was die Bedeutung einer wirksamen Geruchsunterdrückung und einer ausgewogenen Duftzusammensetzung unterstreicht. Es wurde eine messbare „Frische-Lücke“ zwischen einer analytisch hohen Duftstoffablagerung und der wahrgenommenen Frische beobachtet, was das Zusammenspiel von Geruchsunterdrückung, zeitlicher Freisetzung flüchtiger Verbindungen und sensorischer Interpretation widerspiegelt. Darüber hinaus variiert die Frischewahrnehmung je nach geografischer Region: Zitrus- und Lavendelnoten dominieren in Europa und Nordamerika, während holzige oder Oud-Noten in den Märkten des Nahen Ostens und Asiens Frische vermitteln, was die kulturelle Prägung der hedonischen Reaktion unterstreicht.
Diese Ergebnisse liefern einen quantitativen Laboransatz, der standardisierte Textilprüfungen, Headspace-Analysen und geschulte Sensorik-Panels kombiniert. Dieser Ansatz ermöglicht eine zuverlässige Quantifizierung der olfaktorischen Reinheitswahrnehmung und dient gleichzeitig als Leitfaden für die Auswahl von Duftstoffen und Strategien zur Geruchskontrolle, um die wahrgenommene Frische von Textilpflegeformulierungen zu verbessern.
Über die wahrgenommene Sauberkeit hinaus wird von Duftstoffen in Textilpflegeprodukten zunehmend erwartet, dass sie zum emotionalen Wohlbefinden beitragen. Die Integration von Messgrößen für emotionale Reaktionen neben analytischen und sensorischen Messungen könnte daher ein ganzheitlicheres Verständnis der Verbrauchererfahrung ermöglichen.
14.10.2026
15:45
16:15
Room 1
Zwischen Struktur und Leistung: Wie die EO-Verteilung das Verhalten von Alkoholethoxylaten bestimmt
Scientific Conference (SEPAWA)
| Home Care, I & I Cleaning (SEPAWA®)
, Detergents
(nach dem Kongress in der SOFW Mediathek verfügbar)
Vortragssprache: English
Alkoholethoxylate gehören zu den etabliertesten Klassen nichtionischer Tenside und finden in der Waschmittel?, Reinigungs? und Körperpflegeindustrie weit verbreitete Anwendung. Die konventionelle Ethoxylierung erfolgt in der Regel unter Verwendung von Kaliumhydroxid (KOH) als Katalysator. Dieses Verfahren führt zu sogenannten broad-range-Ethoxylaten, die durch eine breite Verteilung der Ethylenoxid-(EO)-Kettenlängen anstelle eines engen oder einheitlichen Ethoxylierungsgrades gekennzeichnet sind.
Der Einfluss dieser Verteilungsbreite auf die Leistungsfähigkeit des Tensids wird seit Langem kontrovers diskutiert. Eine enge EO-Verteilung wird häufig mit gleichbleibender Produktqualität in Verbindung gebracht, während eine breitere Verteilung synergistische Effekte auf verschiedene Leistungsparameter – etwa Löslichkeit, Waschwirkung und Schaumbildung – hervorrufen kann. Der Zusammenhang zwischen EO-Verteilung und Anwendungseigenschaften ist jedoch komplex und stark kontextabhängig.
Um diese Zusammenhänge systematisch zu untersuchen, hat Sasol eine umfassende Studie durchgeführt, in der physikochemische Charakterisierungen mit Anwendungstests verschiedener Alkoholethoxylate kombiniert wurden. Diese Produkte wurden gezielt für unterschiedliche Einsatzbereiche wie Textilwäsche, harte Oberflächenreinigung und Duftstoffsolubilisierung ausgewählt. Die Ergebnisse liefern tiefere Einblicke in den Einfluss der EO-Verteilung auf das Tensidverhalten und dienen als Grundlage für eine optimierte Produktauswahl in verschiedenen Formulierungsanwendungen.
14.10.2026
16:15
16:45
Room 1
Bewertung von Terpenalkoxylaten: Studie zur Optimierung der Molekülbausteine für die Entfernung hydrophober Wäscheflecken
Scientific Conference (SEPAWA)
| Home Care, I & I Cleaning (SEPAWA®)
, Cleaning Agents
(nach dem Kongress in der SOFW Mediathek verfügbar)
Vortragssprache: English
Hydrophobe Verschmutzungen wie Speiseöle und Automobilfette sind in Waschprozessen traditionell schwer zu entfernen. Terpenbasierte Chemie hat sich seit langem als besonders wirksam in der Wechselwirkung mit diesen Schmutzklassen erwiesen, insbesondere als Lösungsmittel; Terpenalkoxylate bieten vergleichbare Vorteile in Form von Tensiden. Während Terpenalkoxylate in Hartoberflächenanwendungen bereits eine ausgezeichnete Reinigungsleistung gezeigt haben, zielt diese Studie darauf ab, ihren Einsatz auf Waschfleckenentferner, Booster-Additive und Vorbehandlungsprodukte auszuweiten.
Diese Arbeit baut auf unseren vorherigen Untersuchungen auf und verfolgt das Ziel, die Reinigungsleistung von Formulierungen mit neuartigen Terpenalkoxylaten für die Entfernung hydrophober Wäscheflecken zu optimieren. Die Reinigungsleistung wurde mithilfe standardisierter, vorverschmutzter Textilproben bestimmt, die in einem Terg?O?Tometer gewaschen und anschließend mittels Lab*-Spektroskopie gemäß der statistisch robusten ASTM?D4265?Methode bewertet wurden. Die Ergebnisse werden als Soil Removal Index (SRI) dargestellt.
Die vorliegende Studie untersucht den Einfluss variierender Ethylenoxid? (EO) und Propylenoxid? (PO)?Bausteinverhältnisse in Terpenalkoxylaten innerhalb einer repräsentativen Haushaltswaschmittelformulierung, mit dem Ziel, die Entfernung schwer löslicher lipophiler Verschmutzungen zu optimieren. Insgesamt wurden zweiundzwanzig vorverschmutzte Textilproben analysiert, und die SRI?Werte wurden verglichen, um optimale EO/PO?Zusammensetzungen für die Entfernung hydrophober Verschmutzungen zu ermitteln. Das übergeordnete Ziel besteht darin, die Einsatzfähigkeit und das Leistungspotenzial dieser Tensidklasse in modernen Waschmittelformulierungen zu bewerten.
14.10.2026
16:45
17:15
Room 1
Neue und originelle grüne Lösungsstrategien ohne Tenside
Scientific Conference (SEPAWA)
| Home Care, I & I Cleaning (SEPAWA®)
, Disinfectant Agents
(nach dem Kongress in der SOFW Mediathek verfügbar)
Vortragssprache: English
Tenside sind das Mittel der Wahl, wenn hydrophobe, schwer wasserlösliche Substanzen in einer wässrigen Phase gelöst oder zumindest mit dieser kompatibel gemacht werden müssen. Tenside können jedoch einige Nachteile aufweisen, z. B. können sie auf Oberflächen oder im Endprodukt verbleiben, Schaumbildung auslösen oder stabilisieren, umweltschädlich sein usw. In solchen Fällen können Hydrotrope eine Alternative darstellen. Hydrotrope sind kleine amphiphile Moleküle, die ebenfalls hydrophobe Chemikalien in Wasser lösen können, allerdings oft erst bei deutlich höheren Konzentrationen als Tenside.
Dennoch bieten sie verschiedene Vorteile und werden daher in der Industrie häufig eingesetzt, entweder als alleinige Lösungsvermittler oder in Kombination mit Tensiden.
Wir haben kürzlich gefunden, dass klassische, gesundheitlich unbedenkliche und sogar kostengünstige natürliche Antioxidantien die Rolle solcher Hydrotrope übernehmen können. Darüber hinaus können sie die Löslichkeit von Molekülen, die schwer wasserlöslich sind, nicht weil sie ölig sind, sondern weil sie zur Aggregation neigen, deutlich verbessern, z. B. Indigo, Koffein oder einige Pestizide und pharmazeutische Wirkstoffe.
In diesem Beitrag zeige ich verschiedene Beispiele solcher Hydrotrope (sowie Solvotrope, die Moleküle in öligen Umgebungen solubilisieren) und ihre Vorteile bei der Formulierung. In diesem Zusammenhang diskutiere ich auch tensidfreie Mikroemulsionen und den Wert des Konzepts der sogenannten natürlichen tiefen eutektischen Lösungsmittel, die auf originelle Weise zur Verbesserung der Löslichkeit eingesetzt werden können.
Literatur:
Fusina, A. et al. J. Molec. Liq. 2024, 408, 125321-32.
Ulmann, N. et al., J. Coll. Interf. Sci.. 2023, 641, 631-642.
14.10.2026
14:30
15:30
Room 2+3
Key-Vortrag
Headline
Scientific Conference (SEPAWA)
| Personal Care (SEPAWA®/CAT)
(nach dem Kongress in der SOFW Mediathek verfügbar)
14.10.2026
14:30
15:30
Room 2+3
Gesund altern oder jünger aussehen? Eine neue Perspektive auf Longevity
Scientific Conference (SEPAWA)
| Personal Care (SEPAWA®/CAT)
, Targeting Longevity, Next Level in Anti-Aging & Well-Being?
(nach dem Kongress in der SOFW Mediathek verfügbar)
Vortragssprache: German
Die Kosmetikindustrie leistet Großartiges: Sie pflegt, schützt und begleitet Menschen dabei, sich in ihrer Haut wohlzufühlen.
Und gleichzeitig stellt sich eine leise, aber entscheidende Frage: Reicht es, die Zeichen der Zeit zu glätten – oder dürfen wir beginnen, sie zu verstehen?
In dieser Keynote verbindet Anne Fierhauser die Welt der äußeren Schönheit mit der inneren Dimension des Alterns. Aus der Perspektive des Gesichtlesens zeigt sie, dass Falten, Spannkraft und Ausdruck nicht nur biologische Prozesse sind, sondern Spiegel unserer gelebten Erfahrungen, Emotionen und inneren Beweglichkeit.
Sie lädt dazu ein, Longevity neu zu denken: nicht als Optimierung der Oberfläche, sondern als Zusammenspiel von innerer Lebendigkeit und äußerer Ausstrahlung.
Was, wenn wahre Jugend nicht darin liegt, möglichst lange jung auszusehen – sondern darin, innerlich beweglich, verbunden und präsent zu bleiben?
Ein Impuls Menschen ganzheitlich in ihrer Strahlkraft zu begleiten.
14.10.2026
15:45
16:15
Room 2+3
Von Seneszenz zu Langlebigkeit: Aufbau einer translationalen Plattform für Haut- und Haarpflege
Scientific Conference (SEPAWA)
| Personal Care (SEPAWA®/CAT)
, Targeting Longevity, Next Level in Anti-Aging & Well-Being?
(nach dem Kongress in der SOFW Mediathek verfügbar)
Vortragssprache: English
Langlebigkeit (Longevity) hat sich zu einem der dominierenden Themen in der Kosmetikindustrie entwickelt. Dabei verlagert sich der Fokus von kurzfristiger Korrektur hin zu einer langfristigen Erhaltung der Haut- und Haargesundheit. Unter den sogenannten Hallmarks of Ageing stellt die zelluläre Seneszenz einen der zentralen biologischen Prozess dar, der die strukturelle Gewebefunktion, die Belastbarkeit und die sichtbare Vitalität direkt der Haut beeinflusst. Diese Präsentation beschreibt die Entwicklung einer anti-senescence Strategie mittels einer dedizierten Seneszenz-Forschungsplattform, die auf die Identifizierung senolytischer Moleküle ausgerichtet ist. Ziel ist die Generierung von spezifischen Longevity-bezogenen Produktclaims. Die Plattform integriert mehrere intern entwickelte in-vitro Assays sowie klinische Daten. Diese Daten bilden ein quantitatives Rahmenwerk, das Modulation auf molekularer Ebene mit messbaren Verbesserungen der Haut- und Haargesundheit verknüpft. Die translationale Leistungsfähigkeit der Plattform wird Anhand der Entwicklung von drei im Markt eingeführten Produkten demonstriert. Diese werden jeweils durch konsistente mechanistische und klinische Datenpakete gestützt. Über die Seneszenz hinaus wurde der Forschungsrahmen auf zusätzliche Hallmarks of Ageing erweitert, insbesondere auf mitochondriale Dysfunktion, was ein besseres Verständnis zellulärer Alterungsprozesse ermöglicht. Ein integriertes analytisches Framework, das hochauflösende Bildgebung, Multi-Omics-Daten und Systembiologie-Modellierung kombiniert, erlaubt eine umfassende Quantifizierung und Visualisierung des mitochondrialen Verhaltens. High-Content-Imaging ermöglicht die Beurteilung des mitochondrialen Stoffwechselzustands zusammen mit der direkten Visualisierung der mitochondrialen Dynamik, einschließlich Netzwerk-Remodelling, Fusion-Fission-Gleichgewicht. Parallel dazu werden durch Omics Daten Auswertung Veränderungen auf transkriptioneller, proteomischer und metabolischer Ebene untersucht, die mit mitochondrialer Funktion und Stressantworten verknüpft sind. Die Datensätze werden mittels Systembiologie-Modellierung integriert, um regulatorische Netzwerke zu rekonstruieren und kausale Hypothesen zur Steuerung der mitochondrialen Homöostase zu generieren. Zusammengenommen ergeben diese Ansätze eine wissenschaftliche Grundlage für evidenzbasierte kosmetische Longevity-Innovationen, bei denen messbare biologische Effekte und verbraucherorientierte Claim-Substantiierung Eckpfeilern in einem sich rasant entwickelnden Feld darstellen.
14.10.2026
16:15
16:45
Room 2+3
Sind Longevity Effekte wirksam? Klinische Ansätze zum evidenz-basierten Testdesign
Scientific Conference (SEPAWA)
| Personal Care (SEPAWA®/CAT)
, Targeting Longevity, Next Level in Anti-Aging & Well-Being?
(nach dem Kongress in der SOFW Mediathek verfügbar)
Vortragssprache: German
Longevity beschreibt einen ganzheitlichen Ansatz zur Erhaltung der Hautvitalität über den gesamten Lebensverlauf. Moderne kosmetische und dermokosmetische Produkte entfalten ihre Wirksamkeit entlang dreier komplementärer Dimensionen?–?Skin Surface Aging, Lifestyle r und Cellular Skin Health. Zentrale Voraussetzung für evidenzbasierte Produktentwicklung ist die präzise, reproduzierbare Messbarkeit dieser Effekte.
Die Dimension Skin Surface Aging umfasst sowohl sichtbare Merkmale (z.?B. Falten, Pigmentflecken, Elastizitätsverlust) als auch funktionelle Veränderungen wie Barriere Beeinträchtigung, Trockenheit oder Mikrobiom-Dysbalancen. Wirksamkeitsnachweise erfolgen neben etablierten Messgeräten zur Untersuchung der Haut ( zB Tewameter, Corneometer, Cutometer) mittels hochstandardisierter 2D und 3D Bildgebung (AEVA-HE®, Colorface®, Visia CR®) sowie klinischer Fotografie und quantitativer Bildanalyse. Diese Verfahren ermöglichen valide Aussagen zu Faltenmorphologie, Hauttextur, Pigmentierungsparametern oder Porengröße.
Die Dimension Lifestyle adressiert externe Stressoren wie UV-Exposition, Umweltverschmutzung, Schlafmangel oder psychische Belastung. Evidenzbasierte Prüfverfahren reichen von standardisierten UV-Schutz Tests über Anti Pollution-Modelle bis hin zu innovativen Methoden zur Erfassung emotionaler und stressbezogener Effekte, darunter EEG-basierte Messungen von Valenz und Arousal oder Kortisol-analysen.
Die Dimension Cellular Skin Health fokussiert auf zelluläre Mechanismen wie Biomarker, Kollagenstruktur, Zellturnover, Hydratationsprofile, oxidativen Stress und Penetration aktiver Inhaltsstoffe. Moderne Methoden wie LCOCT und konfokale Raman Spektroskopie ermöglichen die in vivo-Quantifizierung von Kollagenfasern, dermaler Wasserverteilung und Schichtstrukturen. Aus Mikrobiopsie-Proben können vielfältige Biomarker extrahiert und analysiert werden. Dies ermöglicht die Durchführung umfassender Analysen in den Bereichen Proteomics, Transkriptomics und weiterer molekularbiologischer Untersuchungen. Diese Verfahren erlauben eine präzise Bewertung zellulärer Veränderungen durch Wirkstoffe wie NAD?Vorstufen, bioaktive Peptide oder Antioxidantien.
Insgesamt zeigt sich, dass wirksame Longevity-Konzepte auf robusten wissenschaftlichen Daten beruhen. Die Kombination aus hochwertiger Bildgebung, biophysikalischen Messungen und Biomarkeranalytik ermöglicht zuverlässige, klinisch relevante Aussagen über die kurze und langfristige Wirksamkeit kosmetischer Produkte.
14.10.2026
16:45
17:15
Room 2+3
Jenseits der ATP-/NAD+-Steigerung: Interzellulärer Mitochondrientransfer als Mechanismus der Hautlanglebigkeit
Scientific Conference (SEPAWA)
| Personal Care (SEPAWA®/CAT)
, Targeting Longevity, Next Level in Anti-Aging & Well-Being?
(nach dem Kongress in der SOFW Mediathek verfügbar)
Vortragssprache: English
Die kosmetische Forschung zur Hautalterung konzentriert sich bislang vor allem auf die Steigerung der ATP-Bildung oder des NAD+-Stoffwechsels innerhalb einzelner Zellen. Tatsächlich entwickelt sich die Hautalterung jedoch in einem multizellulären Mikromilieu, in dem Fibroblasten, Keratinozyten und weitere residente Zellen als voneinander abhängige Gemeinschaft agieren. In dieser Arbeit schlagen wir den interzellulären Mitochondrientransfer als bislang unzureichend untersuchten Mechanismus der bioenergetischen Rettung vor, der zur Hautlanglebigkeit und Stressresilienz beitragen könnte. Mithilfe eines Kokulturmodells aus jungen gesunden und natürlich gealterten humanen dermalen Fibroblasten sowie Mitochondrien-Tracking, Live-Cell- und konfokaler Bildgebung, Durchflusszytometrie und Pathway-Analysen beobachteten wir die gerichtete Übertragung funktionsfähiger Mitochondrien von jungen Spenderzellen auf gealterte Empfängerzellen. Die Transferereignisse waren mit Tunnelling Nanotubes und migrasomenassoziierter Kommunikation verbunden, was darauf hindeutet, dass mehrere Strukturen an der endogenen Energieverteilung beteiligt sind. Funktionell zeigten gealterte Empfängerfibroblasten einen verbesserten mitochondrialen Status, eine höhere metabolische Kompetenz und eine teilweise Umkehr altersassoziierter bioenergetischer Defizite. Unter UV- und oxidativem Stress war der Mitochondrientransfer deutlich abgeschwächt, was nahelegt, dass häufige Exposom-Belastungen dieses intrinsische Rettungsprogramm beeinträchtigen und damit die Gewebsresilienz vermindern. Dies liefert zugleich eine neue Erklärung dafür, warum gestresste Haut ihre Regenerationsfähigkeit und Robustheit im Laufe der Zeit verliert. Um die Biologie in eine anwendungsnahe Plattform zu überführen, etablierten wir den kombinierten Kokultur-, Imaging- und Flow-Cytometry-Workflow als Screeningmodell für kosmetische Wirkstoffe und eine mechanistisch fundierte Wirksamkeitspriorisierung. In diesem System stellte ein hefebasierter Wirkstoff den interzellulären Mitochondrientransfer unter Stressbedingungen wieder her, verbesserte den zellulären Energiestoffwechsel und reduzierte Marker für Seneszenz, Matrixabbau und funktionellen Verlust. Zusätzlich erwies sich der Ansatz als geeignet, interzelluläre Energie-Rettung als quantifizierbaren Wirksamkeitsendpunkt in die kosmetische Aktivstoffforschung zu überführen. Damit eröffnet der interzelluläre Mitochondrientransfer einen neuen mechanistischen Rahmen für das Verständnis der Hautalterung und einen praktischen Screening-Endpunkt für Well-Ageing-Wirkstoffe der nächsten Generation, die Resilienz, Erholung und langfristige Gewebefunktion unterstützen sollen.
15.10.2026
09:00
09:30
Auditorium
TBA
Scientific Conference (SEPAWA)
| Sustainability (SEPAWA®)
, Policy
(nach dem Kongress in der SOFW Mediathek verfügbar)
Vortragssprache: English
TBA
15.10.2026
09:30
10:00
Auditorium
Überarbeitung der EU-Ecolabel-Kriterien für Wasch- und Reinigungsmittel: Sicherstellung ökologischer Exzellenz
Scientific Conference (SEPAWA)
| Sustainability (SEPAWA®)
, Environment
(nach dem Kongress in der SOFW Mediathek verfügbar)
Vortragssprache: English
Das freiwillige Umweltzeichen der Europäischen Union (EU Ecolabel) ist ein Referenz-Zertifizierungssystem, das für seine strengen Kriterien und seinen Beitrag zur Förderung verlässlicher umweltfreundlicher Alternativen anerkannt ist und damit den politischen Rahmen der EU für nachhaltige Produkte unterstützt.
Die EU-Ecolabel-Kategorie „Reinigung“ umfasst technische Kriterien für Wasch- und Reinigungsmittel (EUEL Detergents) sowie für Innenreinigungsdienstleistungen (EUEL ICS) . Diese decken sowohl Haushalts- als auch professionelle Reinigungsprodukte und -dienstleistungen ab und zählen mit insgesamt nahezu 15.000 ausgezeichneten Produkten zu den beliebtesten Gruppen. Die Kriterien für EUEL Detergents beziehen sich auf sechs Produktgruppen: Oberflächenreiniger, Waschmittel, Geschirrspülmittel, Spülmittel sowie Wasch- und Geschirrspülmittel für industrielle und institutionelle Anwendungen.
Das Umweltzeichen zielt darauf ab, die besten 10–20 % der Produkte und Dienstleistungen hinsichtlich ihrer Umweltleistung zu identifizieren und zu zertifizieren. Da sich sowohl die Marktgegebenheiten als auch der regulatorische Rahmen weiterentwickeln, verändert sich auch das technische Profil dieser Produkte. Entsprechend werden die Kriterien des EU Ecolabel regelmäßig überarbeitet, um ihre Aktualität, Robustheit und Glaubwürdigkeit sicherzustellen. Die Überarbeitung der EUEL-ICS-Kriterien ist derzeit im Gange, während die Revision der EUEL-Detergents-Kriterien sich in der Endphase befindet und voraussichtlich bis Ende 2026 verabschiedet wird.
Der Vortrag auf der SEPAWA wird die Grundlagen des EU-Ecolabel-Zertifizierungssystems sowie den zugehörigen Überarbeitungsprozess der Kriterien für EUEL ICS und insbesondere für EUEL Detergents vorstellen. Dabei wird unter anderem erläutert, wie die Kriterien für EUEL Detergents neu strukturiert werden (z.B. ausgeschlossene und eingeschränkte Stoffe), welche Grenzwerte verschärft werden und welche neuen Anforderungen eingeführt werden (z.B. biologische Abbaubarkeit wasserlöslicher Folien; Rezyklatanteil und recyclinggerechtes Verpackungsdesign). Insgesamt weisen Produkte, die diese überarbeiteten Kriterien erfüllen, geringere Umweltwirkungen auf, insbesondere auf aquatische Ökosysteme (d.h. reduzierte chemische Belastung, insbesondere durch gefährliche Stoffe), bei gleichbleibender Leistungsfähigkeit.
15.10.2026
10:00
10:30
Auditorium
Wenn Wissenschaftskommunikation scheitert
Scientific Conference (SEPAWA)
| Sustainability (SEPAWA®)
, Social Sustainability
(nach dem Kongress in der SOFW Mediathek verfügbar)
Vortragssprache: English
Warum hat die Chemie in der Gesellschaft einen so schlechten Ruf? Was ist in der Wissenschaftskommunikation in den vergangenen Jahrzehnten schiefgelaufen? Offensichtlich sind Fortschritte bez. Nachhaltigkeit nicht angemessen kommuniziert worden: Kaum jemand erinnert sich heute noch an die schäumenden Flüsse Ende der 1950er Jahre, verursacht durch nicht bioabbaubare Tenside. Dennoch lassen sich Verbraucher auch heute noch mit Aussagen wie „biologisch abbaubares Tensid“ beeindrucken – als wäre die biologische Abbaubarkeit nicht bereits seit über 20 Jahren eine gesetzliche Anforderung. Wenn „chemiefreie“ Produkte der wichtigste Wunsch der Verbraucher bei Reinigungsprodukten sind, kann die Ursache dafür nicht allein eine suboptimale Kommunikation sein – vielmehr scheint es ein Defizit in der Bildung zu geben. Wenn es uns nicht gelingt, die nächste Generation für die Naturwissenschaften zu begeistern, idealerweise bereits in der Grundschule, ist der wirtschaftliche Wohlstand unserer Gesellschaft gefährdet. Es liegt in unserer Hand, dies zu ändern.
15.10.2026
10:45
11:15
Auditorium
Branchen- und Verbrauchertrends in der nachhaltigen Haushaltspflege
Scientific Conference (SEPAWA)
| Sustainability (SEPAWA®)
(nach dem Kongress in der SOFW Mediathek verfügbar)
Vortragssprache: English
Nachhaltigkeit verändert die Haushaltspflegebranche und treibt Innovationen in Produktentwicklung, Formulierungen und Verpackung voran. Von Konzentraten bis hin zu Refill wird neu gedacht, wie Reinigungsprodukte entwickelt und genutzt werden.
Gleichzeitig zeigt das Verbraucherverhalten ein pragmatisches Bild. „Öko-logische“ Konsumenten orientieren sich nicht ausschließlich an Nachhaltigkeit. Preis, Leistung und Komfort bleiben zentrale Faktoren. Zudem gewinnt der Bereich Wellness und Selfcare an Bedeutung.
Auch angrenzende Branchen, insbesondere Haushaltsgeräte, werden durch Nachhaltigkeit beeinflusst und wirken auf Nutzung und Produktion zurück.
Die Präsentation nimmt Verbrauchertrends und -verhalten in den Fokus, wie Nachhaltigkeit im Alltag priorisiert wird und welche Implikationen sich daraus für die Zukunft der Branche ergeben.
15.10.2026
11:15
11:45
Auditorium
Kleines Budget – große Wirkung: das schlummernde Potenzial von Digitalem Storytelling
Scientific Conference (SEPAWA)
| Sustainability (SEPAWA®)
(nach dem Kongress in der SOFW Mediathek verfügbar)
Vortragssprache: English
Geschichten bleiben hängen. Geschichten veranschaulichen Zusammenhänge. Geschichten wecken Gefühle. Diese drei wissenschaftlich belegten Fakten sind die Hauptgründe, warum Menschen mit Storytelling wesentlich besser zu etwas bewegt werden können, als mit reinen Informationen.
Digital verbreitetes Storytelling bietet heute immense Chancen, ohne allzu große Finanzbudgets für einen positiven – da glaub- und merkWÜRDIGEN – Bekanntheitsgrad zu sorgen. Das gilt insbesondere für Expert:innen aus mittelständischen Unternehmen.
Der Vortrag zeigt Beispiele aus der Praxis auf und möchte Mut machen, das häufig schlummernde Potenzial des Digitalen Storytellings zu nutzen. Zudem wird das Grundmuster skizziert, nach dem professionelle Filmproduzenten, Drehbuchautoren und Theater-Regisseure spannende Geschichten entwickeln.
15.10.2026
12:30
13:00
Auditorium
Die EU-Richtlinie „Empowering consumers for the green transition“ und deren Auswirkungen auf Label und Claims
Scientific Conference (SEPAWA)
| Sustainability (SEPAWA®)
, Environment
(nach dem Kongress in der SOFW Mediathek verfügbar)
Vortragssprache: German
Werbeaussagen zu allgemeinen Umweltvorteilen von Produkten, wie „umweltfreundlich“, „grün“, „klimafreundlich“ oder „biobasiert“, sowie Umweltlabel werden bisher kaum reguliert. Dies wird sich ab dem 27. September 2026 ändern, da Greenwashing dann stärker reglementiert wird. Im Februar 2026 hat Deutschland die „EU-Richtlinie zur Stärkung der Verbraucher für den ökologischen Wandel durch besseren Schutz gegen unlautere Praktiken und durch bessere Informationen“ ((EU) 2024/825) durch das „Dritte Gesetz zur Änderung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG)“ und das „Gesetz zur Änderung des Verbrauchervertrags- und des Versicherungsvertragsrechts sowie zur Änderung des Behandlungsvertragsrechts“ umgesetzt. Auch in anderen Mitgliedsstaaten wird ab dem 27. September 2026 die EU-Richtlinie Anwendung finden.
Besonderer Bedeutung kommen seither einerseits dem „EU Ecolabel“ und andererseits offiziell anerkannten, nationalen oder regionalen Umweltzeichen nach ISO 14024, wie der „Blaue Engel“, zu. Diese gelten als „anerkannt hervorragende Umweltleistungen“. Daher gibt es für diese Umweltzeichen Erleichterungen bei den Kommunikationsanforderungen.
Sowohl das EU Ecolabel als auch der Blaue Engel zertifizieren Produkte aus den Bereichen Wasch- und Reinigungsmittel sowie Kosmetikartikel. Eine Zertifizierung mit diesen beiden Umweltzeichen bietet daher künftig Vorteile für die Unternehmen.
Im Rahmen des Vortrages werden die neuen rechtlichen Regelungen und deren Implikationen erläutert. Daran schließen sich die Vorteile bezüglich der Wahl vertrauenswürdiger Label wie EU Ecolabel und Blauer Engel sowie der Nutzung bestimmter Umweltaussagen. Anschließend werden die Produktgruppen „Wasch- und Reinigungsmittel“ sowie „Kosmetikartikel“ mit ihrem jeweiligen Geltungsbereich und einer Kriterienübersicht vorgestellt.
15.10.2026
13:15
14:30
Auditorium
New Future: The Big Changes of our Time
Scientific Conference (SEPAWA)
(nach dem Kongress in der SOFW Mediathek verfügbar)
Vom grossen Wandel unserer Zeit
Befinden wir uns in einer Krise – oder einem Übergang? Beides ist zu unterscheiden: Bei Krisen kehrt das “Alte Normal” bald zurück. Bei Übergängen entsteht eine Transformation, die ein anderes Welt-Wissen, ein anderes “Change Engagement” von uns verlangt.
– Die Wellen des Wandels: Woran erkennen wir, das eine alte Epoche endet, und eine neue Ära beginnt?
Die neuen Welt (un)ordnungen: Vermutungen über die geopolitsche Zukunft.
Next Society: Wie müsste eine Gesellschaft, eine Demokratie, in Zukunft funktionieren?
Technologische Versuchungen: Wie weit kann die KI helfen, eine “nächste Stabilität” zu erreichen?
Zukunfts-Kompetenz: Wie gehen wir am Besten mit Ängsten, Hoffnungen, Wünschen und Visionen um?
15.10.2026
09:00
09:30
Room 1
Modellierung von synergistischen Effekten in amphiphilen Enzym-Tensid-Systemen zur Optimierung von Waschmitteln für Kaltwäsche
Scientific Conference (SEPAWA)
| Home Care, I & I Cleaning (SEPAWA®)
, Detergents
(nach dem Kongress in der SOFW Mediathek verfügbar)
Vortragssprache: English
Wir stellen einen modellgestützten Prozess vor, mit dem synergistische Wechselwirkungen in Enzym-Tensid-systemen gefunden und quantifiziert werden. Dieser ermöglicht eine gezielte Optimierung der Waschwirkung bei 20 °C. Eine automatische Formulierungs- und Wasch-Apparatur (inklusive Dosierungsroboter und Tergogtometer) liefert hochwertige Messdaten für systematisch variierende Mischungen aus anionischen und nichtionischen Tensiden mit einer Vielzahl von Enzym-Kombinationen (mit Protease, Lipase, Amylase, Mannanase, Cellulase, Phosphodiesterase). Dabei werden breite Konzentrationsbereiche gewählt: 10-50 Gew.-% Tenside, 0-2 Gew.-% Enzyme und 0-8 Gew.-% Chelatbildner. Um deren Interaktionen zuverlässig sichtbar zu machen, werden vielfältigen Anschmutzungen getestet. Durch ein strukturiertes Versuchsdesign (DoE) in Verbindung mit der Response-Surface-Modellierung (RSM) können die Haupteffekte sowie Zwei?Faktor?Interaktionen ermittelt und Response-Surface-Konturen visualisiert werden. Damit lässt sich eine Optimierung mit Blick auf Waschleistung, Waschtemperaturen und Kosten vornehmen. Statistisch signifikante positive Wechselwirkungen werden als Synergien gekennzeichnet und unabhängig überprüft.
Der Ansatz zeigt zuverlässig anschmutzungspezifische Synergien, z.B. Lipase×LAS bei fett-/ölhaltigen Flecken. Insbesondere Amylase und Mannanase behalten ihre Wirksamkeit bei 20 °C bei, was die Optimierung bei niedrigen Waschtemperaturen vereinfacht. Vorhandene Literatur hilft bei der Interpretation und dient als Orientierung zur Verifizierung. So erklärten Tensid-Kompatibilitäts-Trends, warum FAEOS den „Protease-on-Top“-Effekt maximiert und LAS die die Protease-Leistung mindern kann. Unsere Modelle erkennen genau diese Trends. Mechanistisch gesehen wirken Enzyme analog amphiphiler Substanzen – wobei Lipasen die stärkste oberflächenaktive Wirkung aufweisen. Daher enstehen Synergien, wenn Tenside den Zugang zur Grenzfläche erweitern und von Enzymen produzierte Fragmente solubilisieren (Verhinderung von Wiederablagerung). Zudem identifiziert das Modell Bedingungen, unter denen Instabilität oder kompetitive Adsorption diese Vorteile aufheben.
15.10.2026
09:30
10:00
Room 1
Sulfonimine als Niedrig-Temperatur Katalysator in Waschmitteln
Scientific Conference (SEPAWA)
| Home Care, I & I Cleaning (SEPAWA®)
, Cleaning Agents / Oxidation Catalyst
(nach dem Kongress in der SOFW Mediathek verfügbar)
Vortragssprache: German
Bleichkatalysatoren, die Wasserstoffperoxid oder Persäuren bei niedrigen Temperaturen aktivieren, haben in den letzten zwei Jahrzehnten viel Aufmerksamkeit erhalten. Da der größte CO₂-Ausstoß in der Waschmittelindustrie durch die Waschprozesse der Verbraucher, die oft bei 40–60°C durchgeführt werden, verursacht wird, werden Technologien benötigt, die eine deutliche Reduktion der Waschtemperatur ermöglichen, um den CO₂-Fußabdruck zu verringern und Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.
Während die meisten dieser Katalysatoren auf Mangan- oder Eisenmetallionen basieren, gehört eine besondere Klasse zur Familie der organischen Sulfonimine. In Kombination mit Peressigsäure wird bei Umgebungstemperaturen bis zu 15°C eine hohe Fleckentfernung durch Bleichen erzielt (Schema konnte nicht eingefügt werden). In der Präsentation wird gezeigt, dass eine Vielzahl von Flecken mithilfe einer Kombination aus Natriumpercarbonat (SPC), Tetraacetylethylendiamin (TAED) und 3-methyl-1,2-benzothiazole 1,1-dioxid effizient gebleicht werden kann. Darüber hinaus wird keine Textilschädigung beobachtet, während das Farbverlustprofil akzeptabel ist.
Ein Nachteil von 3-methyl-1,2-benzothiazole 1,1-dioxid besteht darin, dass sie bei der Lagerung in alkalischen Waschmitteln durch Dimerisierung gelb werden können. Daher wurden granulierte Beschichtungen entwickelt, um jegliche chemische Reaktion zwischen dem Sulfonimin-Katalysator und der Waschmittelformulierung zu verhindern. Diese Granulate enthalten zudem TAED als Vorstufe für Peressigsäure, wodurch diese Granulate besonders effizient sind.
Es wurden auch Untersuchungen durchgeführt, um 3-methyl-1,2-benzothiazole 1,1-dioxid in flüssigen Formulierungen und Rohstoffen wie Polymeren und Tensiden zu lösen. Die flüssigen Formulierungen waren bei 40°C über 3 Monate stabil.
Dies eröffnet die Möglichkeit, solche Katalysatoren in Mehrkammer Pouches wasserfrei zu dosieren.
15.10.2026
10:00
10:30
Room 1
Formulierungsoptimierung für hocheffektive Enzymkombinationen
Scientific Conference (SEPAWA)
| Home Care, I & I Cleaning (SEPAWA®)
, Detergents
(nach dem Kongress in der SOFW Mediathek verfügbar)
Vortragssprache: English
Moderne, hochwertige Flüssigwaschmittel erfordern nicht nur leistungsstarke Einzelenzyme, sondern auch optimierte Enzym Enzym sowie Enzym Chemie Wechselwirkungen. Wir zeigen, wie rational entwickelte Enzymkombinationen in Verbindung mit Formulierungs Know-how synergistische Leistungssteigerungen ermöglichen, die konventionelle Ansätze übersteigen. Durch den Zugang zu einem breiten Portfolio an Waschmittelrohstoffen wird zudem die Formulierungsexpertise und das Innovationspotenzial weiter gestärkt.
Um über rein empirisches Screening hinauszugehen, wurden multiple lineare Regressionsmodelle auf die Enzymleistung in Flüssigwaschmittelformulierungen angewendet. Dies erfolgte mithilfe von Design-of-Experiments Ansätzen, die zentrale chemische Bausteine integrieren. Die statistischen Modelle zeigen, dass sich optimale Formulierungs „Chassis“ grundlegend unterscheiden – je nachdem, ob die Leistung von Proteasen, Amylasen oder die Synergie mehrerer Enzyme im Fokus steht. Häufig bestehen dabei inhärente Zielkonflikte zwischen verschiedenen Enzymen. Dieser Ansatz ermöglicht die Simulation von Formulierungsänderungen, ausgerichtet auf Leistungs- und Kosten KPIs, und unterstützt Formulierer darin, eine für die gewünschten Produkteigenschaften optimierte Zusammensetzung zu entwickeln, etwa für maximale Multi-Enzym Synergie.
Vergleichende Waschstudien wurden an frischen und gealterten Produkten in diesen optimierten, multi-enzymatischen Formulierungen (Protease, Amylase, Mannanase u.?a.) durchgeführt und mit führenden Wettbewerbstechnologien verglichen. Wissenschaftlich entwickelte Enzymkombinationen lieferten dabei konsistent überlegene oder mindestens gleichwertige Leistung auf verbraucherrelevanten Flecken – mit deutlichen Hinweisen auf enzymatische Synergie. Besonders hervorzuheben ist, dass sich Enzymstabilität direkt in der Waschwirkung widerspiegelte: Die getesteten Lösungen behielten nach beschleunigter Lagerung (56 Tage bei 30–37?°C) eine signifikant höhere Wirksamkeit als Wettbewerbssysteme.
Insgesamt unterstreichen diese Ergebnisse, wie die Integration von Enzymkompositionsdesign und Formulierungschemie eine prädiktive, leistungsgetriebene Waschmittelentwicklung ermöglicht.
