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Dr. Junxiang Li

AGECODE R&D Center, Yangtze Delta Region Institute of Tsinghua University | Harvest Biotech. co, ltd.

CTO of Harvest Biotech. co, ltd.Deputy Director of AGECODE R&D Center, Yangtze Delta Region Institute of Tsinghua University

Aktuelle Vorträge / Poster

14.10.2026

16:45

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17:15

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Jenseits der ATP-/NAD+-Steigerung: Interzellulärer Mitochondrientransfer als Mechanismus der Hautlanglebigkeit

(nach dem Kongress in der SOFW Mediathek verfügbar)

Vortragssprache: English

Die kosmetische Forschung zur Hautalterung konzentriert sich bislang vor allem auf die Steigerung der ATP-Bildung oder des NAD+-Stoffwechsels innerhalb einzelner Zellen. Tatsächlich entwickelt sich die Hautalterung jedoch in einem multizellulären Mikromilieu, in dem Fibroblasten, Keratinozyten und weitere residente Zellen als voneinander abhängige Gemeinschaft agieren. In dieser Arbeit schlagen wir den interzellulären Mitochondrientransfer als bislang unzureichend untersuchten Mechanismus der bioenergetischen Rettung vor, der zur Hautlanglebigkeit und Stressresilienz beitragen könnte. Mithilfe eines Kokulturmodells aus jungen gesunden und natürlich gealterten humanen dermalen Fibroblasten sowie Mitochondrien-Tracking, Live-Cell- und konfokaler Bildgebung, Durchflusszytometrie und Pathway-Analysen beobachteten wir die gerichtete Übertragung funktionsfähiger Mitochondrien von jungen Spenderzellen auf gealterte Empfängerzellen. Die Transferereignisse waren mit Tunnelling Nanotubes und migrasomenassoziierter Kommunikation verbunden, was darauf hindeutet, dass mehrere Strukturen an der endogenen Energieverteilung beteiligt sind. Funktionell zeigten gealterte Empfängerfibroblasten einen verbesserten mitochondrialen Status, eine höhere metabolische Kompetenz und eine teilweise Umkehr altersassoziierter bioenergetischer Defizite. Unter UV- und oxidativem Stress war der Mitochondrientransfer deutlich abgeschwächt, was nahelegt, dass häufige Exposom-Belastungen dieses intrinsische Rettungsprogramm beeinträchtigen und damit die Gewebsresilienz vermindern. Dies liefert zugleich eine neue Erklärung dafür, warum gestresste Haut ihre Regenerationsfähigkeit und Robustheit im Laufe der Zeit verliert. Um die Biologie in eine anwendungsnahe Plattform zu überführen, etablierten wir den kombinierten Kokultur-, Imaging- und Flow-Cytometry-Workflow als Screeningmodell für kosmetische Wirkstoffe und eine mechanistisch fundierte Wirksamkeitspriorisierung. In diesem System stellte ein hefebasierter Wirkstoff den interzellulären Mitochondrientransfer unter Stressbedingungen wieder her, verbesserte den zellulären Energiestoffwechsel und reduzierte Marker für Seneszenz, Matrixabbau und funktionellen Verlust. Zusätzlich erwies sich der Ansatz als geeignet, interzelluläre Energie-Rettung als quantifizierbaren Wirksamkeitsendpunkt in die kosmetische Aktivstoffforschung zu überführen. Damit eröffnet der interzelluläre Mitochondrientransfer einen neuen mechanistischen Rahmen für das Verständnis der Hautalterung und einen praktischen Screening-Endpunkt für Well-Ageing-Wirkstoffe der nächsten Generation, die Resilienz, Erholung und langfristige Gewebefunktion unterstützen sollen.

14.10.2026

12:00

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12:30

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Mikrobiom-aktiviertes rekombinantes Kollagen: Auflösung der Makromolekül-Debatte durch bioinformatisch vorhergesagte bioaktive Peptide

(nach dem Kongress in der SOFW Mediathek verfügbar)

Vortragssprache: English

Rekombinante Kollagene haben in topischen Anti-Aging-Anwendungen eine überzeugende Wirksamkeit gezeigt, ihre hohe Molekülmasse wird jedoch weiterhin häufig als Hinweis auf eine begrenzte Nutzbarkeit durch die Haut interpretiert. Wir schlagen daher einen kosmetikorientierten Rahmen vor, in dem nützliche Hautkommensalen eine entscheidende ermöglichende Rolle spielen: Anstatt eine vollständige Penetration des intakten Makromoleküls vorauszusetzen, kann rekombinantes humanes Kollagen Typ XXI an der Hautoberfläche nach enzymatischer Verarbeitung durch mikrobiomabgeleitete Proteasen biologisch genutzt werden, indem kurze Signalpeptide entstehen. Durch Co-Inkubation mit Staphylococcus epidermidis und ergänzenden enzymatischen Verdauungssystemen sowie anschließende LC–MS/MS-Peptidomik, Sequenz-Mapping und bioinformatisch geleitetes Motiv-Mining etablierten wir eine Bibliothek mikrobiomgenerierter Kollagenfragmente und ordneten sie mehreren anwendungsrelevanten Entwicklungsrichtungen zu. Dazu gehörten die regenerative Reparatur der extrazellulären Matrix und eine sanfte postprozedurale Erholung, ein reparaturgestütztes Brightening und Tone-Evening bei UV-assoziierter Mattigkeit, die Unterstützung des Kopfhautmikromilieus und bruchbezogener Haarpflege sowie beruhigende Ansätze für orale und gingivale Alltagsirritationen. Konzeptionell stützen die Ergebnisse die Auffassung, dass große Biomoleküle nicht ausschließlich innerhalb des klassischen Penetrationsparadigmas bewertet werden sollten. Aus Sicht des Hautökosystems können Makromoleküle über Oberflächenbiotransformation, Reservoirverhalten, Fragmentfreisetzung und nachgeschaltete zelluläre Signalkaskaden genutzt werden, die durch nützliche Mikrobiota vermittelt werden. In diesem Sinne sollte Hautnutzung funktionell definiert werden und nicht nur über die transstratum-corneale Diffusion des unveränderten Ausgangsmoleküls. Der entscheidende Prüfstein ist, ob das kutane Oberflächenökosystem einen makromolekularen Vorläufer in zugängliche biologische Information übersetzen kann. Diese Logik dürfte über rekombinantes Kollagen hinaus auf weitere hochmolekulare Wirkstoffklassen übertragbar sein, die bereits topische Hautwirksamkeit gezeigt haben, darunter synthetisch-biologisch hergestellte Proteine, entwickelte ECM-Materialien und nukleinsäurebasierte Inhaltsstoffe. Der Workflow aus Mikrobiomforschung, Peptidomik und Bioinformatik liefert damit sowohl eine mechanistische Antwort auf die Makromolekül-Debatte als auch eine allgemeine Entdeckungsstrategie zur kosmetischen Nutzbarmachung großer bioengineerter Materialien.