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Unsere Posterausstellung
Ein besonderer Teil des SEPAWA® CONGRESS sind die wissenschaftlichen und anwendungstechnisch orientierten Poster-Ausstellungen in den Kategorien Home Care, Personal Care, Fragrance, Fundamental Research, Packaging und Sustainability.
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11 | Nachhaltige PVA-Technologie für moderne Haarpflegeinnovationen
CSC
| Cosmetic Science Conference (CSC)
, "ALL COSMETICS, OR WHAT?"
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung und umfassenden Charakterisierung kationisch funktionalisierter, biologisch abbaubarer Polyvinylalkohole (PVA) für nachhaltige Haarpflegeformulierungen. Da häufiges Haare färben zu schneller Farbverblassung beim Waschen führt, besteht ein großer Bedarf an wirksamen Filmbildnern, die Farbpigmente länger im Haar halten. Weil die Haaroberfläche überwiegend negativ geladen ist, sind kationische Polymere besonders geeignet, um eine starke elektrostatische Anlagerung und damit einen stabilen, schützenden Film zu gewährleisten. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Umweltverträglichkeit kosmetischer Rinse-off-Produkte, da sie direkt in Gewässer gelangen. Biologisch abbaubares PVA, bekannt für gute Filmbildung, breite industrielle Anwendung und einfache chemische Modifizierbarkeit, bietet hierfür eine vielversprechende Basis.
Die Synthese funktionalisierter PVA-Derivate wurde mithilfe verschiedener chemischer Strategien durchgeführt, wodurch kationische Gruppen eingeführt werden konnten, während die inhärenten Eigenschaften des Polymers erhalten blieben. Die strukturelle und physikochemische Charakterisierung erfolgte mittels ¹H- und ¹³C-NMR Spektroskopie, Elementaranalyse und Gelpermeationschromatographie. Die biologische Abbaubarkeit wurde anhand etablierter Tests, wie beispielsweise OECD 301, untersucht, um die ökologische Verträglichkeit sicherzustellen. Darüber hinaus wurden praktische Anwendungstests an natürlichen und gefärbten Haarsträhnen durchgeführt, um die Leistungsfähigkeit unter realistischen Bedingungen zu bewerten.
Die funktionalisierten PVA-Derivate sollen eine erhöhte Haaraffinität, eine verbesserte Haftung der Schutzfilme sowie einen Beitrag zu wahrnehmbarer Haarpflege zeigen. Diese Arbeit hebt das Potenzial von funktionalisiertem, biologisch abbaubarem PVA hervor, effektive kosmetische Leistungsfähigkeit mit ökologischer Verantwortung zu verbinden, und bietet damit eine vielversprechende Plattform für die Entwicklung innovativer, umweltfreundlicher Haarpflegeprodukte.
12 | Jenseits des Weißstandards: Quantifizierung von Stabilitätsverzerrungen in naturauthentischen Kosmetikformulierungen
CSC
| Cosmetic Science Conference (CSC)
, "ALL COSMETICS, OR WHAT?"
Einleitung: Es besteht eine kritische Lücke zwischen der Verbrauchernachfrage nach nachhaltigen Inhaltsstoffen und dem Festhalten der Industrie am „Weiß-Standard“. Da die Beschaffung kosmetischer Rohstoffe zunehmend Upcycling-Nebenprodukte einschließt, verleihen diese Materialien von Natur aus cremefarbene, braune oder andere natürliche Farbtöne. Obwohl die Verbraucherakzeptanz für naturfarbene Produkte steigt, zögern Fachleute in der Industrie oft, sie zu verwenden. Dieses Zögern resultiert aus einem technischen Bias, bei dem Farbabweichungen als Instabilität angesehen werden. Infolgedessen werden wirksame Inhaltsstoffe oft übermäßig verarbeitet, was wertvolle bioaktive Stoffe entzieht, oder komplett abgelehnt, um eine sterile Ästhetik aufrechtzuerhalten.
Methodik: Diese Forschung konzentriert sich auf eine Umfrage zur Wahrnehmung unter Formulierern, die bei Kosmetikwissenschaftlern und Sicherheitsbewertern durchgeführt wurde, um die „Farbresistenz“ (die Zurückhaltung gegenüber nicht-weißer Ästhetik) zu messen. Ziel ist es, die Ursachen für Hindernisse bei der Formulierung zu identifizieren und dabei zwischen Ablehnungen aufgrund echter Stabilitäts- oder Sicherheitsrisiken und solchen aufgrund tief verwurzelter ästhetischer Konventionen zu unterscheiden.
Diskussion & Erwartete Ergebnisse: Durch die Analyse der Umfragedaten zur Farbresistenz skizziert diese Forschung regulatorische Strategien und identifiziert kritische Lücken in der Industrie:
– Bewältigung regulatorischer Herausforderungen: Diskussion darüber, wie ästhetische Voreingenommenheit Sicherheitsbewertungen (z. B. den Kosmetiksicherheitsbericht / CPSR) erschwert, und Etablierung von Rahmenbedingungen, damit natürliche Färbung nicht als oxidatives Versagen fehlinterpretiert wird.
– Neudefinition der Akzeptanz: Befürwortung breiterer, sicherer Akzeptanzkriterien in Produktspezifikationen basierend auf den Erkenntnissen der Umfrage.
– Zukünftige Validierung: Hervorhebung der Notwendigkeit objektiver Quantifizierungsmethoden (z. B. digitale Farbanalyse), um subjektive visuelle Kriterien bei Haltbarkeitsprüfungen zu ersetzen.
Fazit: Die Neudefinition der standardmäßigen kosmetischen Ästhetik ist entscheidend für die Nachhaltigkeit. Durch die Quantifizierung des Stabilitäts-Bias und die Etablierung regulatorischer Rahmenbedingungen für naturfarbene Produkte befähigt diese Forschung R&D-Teams, mit Zuversicht zu innovieren und sicherzustellen, dass umweltbewusste Formulierungen konform, stabil und authentisch sind.
Hall Europa
13 | Bewertung des Stabilisierungspotentials von cholesterinbasierten Tensiden in Emulgel-Systemen
CSC
| Cosmetic Science Conference (CSC)
, "ALL COSMETICS, OR WHAT?"
Jede neue Formulierung, die effektiv als System für gezielte Therapien dienen könnte, ist wünschenswert. Die weitverbreitete Anwendung von Emulsionen in der pharmazeutischen und kosmetischen Technologie beruht auf ihrer Fähigkeit, Substanzen mit unterschiedlicher Polarität gleichzeitig zu transportieren. Eine wesentliche Einschränkung dieser Systeme bleibt jedoch ihre geringe physikalische Stabilität, die auf die thermodynamische Tendenz zur Phasentrennung zurückzuführen ist. Auf der Suche nach stabileren Trägersystemen für Wirkstoffe wurde das Konzept der Emulgele entwickelt – hybride Systeme, die die Eigenschaften von Gelen und Emulsionen kombinieren. Diese Formulierungen gewinnen insbesondere in der topischen Anwendung Aufmerksamkeit aufgrund ihrer ausgezeichneten sensorischen Eigenschaften, wie leichte Konsistenz und schnelle Absorption, bei gleichzeitig fehlender unangenehmer Fettigkeit. Wichtig ist, dass die Struktur von Emulgel eine präzise Kontrolle des Freisetzungsprofils aktiver Inhaltsstoffe ermöglicht.
Ziel der vorliegenden Studie war die Bewertung neuer cholesterinbasierter Tenside hinsichtlich ihrer Fähigkeit, Emulgele zu stabilisieren. Die Arbeit umfasste zwei Hauptphasen. Die erste Phase bezog sich auf die Bestimmung der Oberflächenaktivität der synthetisierten Verbindungen, um deren Verhalten als klassische Tenside zu überprüfen. Die zweite Phase konzentrierte sich auf den Einsatz dieser Verbindungen als Emulgel-Stabilisatoren. Zur Validierung der Formulierungen wurden Stabilitätstests durchgeführt, die mikrobiologische Reinheit überprüft und zentrale physikochemische Eigenschaften, wie Dichte und pH-Wert, bestimmt.
Die durchgeführten Untersuchungen bestätigten, dass die synthetisierten Cholesterinderivate eine hohe Oberflächenaktivität aufweisen und erfolgreich als effektive Stabilisatoren in Emulgel-Systemen eingesetzt werden können. Die erhaltenen Formulierungen zeichneten sich durch hohe physikalische Stabilität und wünschenswerte physikochemische Parameter aus, was sie zu einer vielversprechenden Alternative zu klassischen topischen Systemen macht.
14 | Methodenentwicklung zur Bestimmung der Tröpfchengrößenverteilung zur Begleitung von Scale-up Prozessen von kosmetischen Emulsionen
CSC
| Cosmetic Science Conference (CSC)
, "ALL COSMETICS, OR WHAT?"
Kosmetische Emulsionen müssen eine Vielzahl an Anforderungen erfüllen. Neben Konstanz bei Stabilität, Viskosität und Erscheinungsbild spielen auch die Wirksamkeit auf der Haut und die Akzeptanz durch die Kundinnen und Kunden eine große Rolle. Dafür werden in jede kosmetische Formulierung eine Vielzahl von Inhaltsstoffen eingearbeitet. Dies setzt einen aufwendigen Entwicklungsprozess im Labor voraus. Anschließend erfolgt der Scale-up-Prozess bis zum Produktionsmaßstab. Dabei können verschiedene Mischanlagen mit unterschiedlichen Größen, Geometrien und Leistungseinträgen einen großen Einfluss auf das mikroskopische und makroskopische Erscheinungsbild der kosmetischen Formulierung haben. Hier können Unterschiede die Stabilität und Viskosität beeinflussen und somit die Produktqualität stark beinträchtigen.
Das Ziel des hier vorgestellten Projektes ist es daher, die Prozessparameter bei der industriellen Herstellung von kosmetischen Emulsionen zu charakterisieren und anzupassen. Durch die Entwicklung verschiedener Methoden zur Bestimmung der Tröpfchengrößenverteilung der inneren Phase der Emulsion können entscheidende Rückschlüsse über den Herstellungsprozess gezogen werden [1]. Dadurch können Mischzeiten und Rührgeschwindigkeiten einfacher angepasst werden und gegebenenfalls reduziert werden. Diese Methoden vereinfachen den Vergleich der Emulsionen direkt nach der Herstellung. Die Analyse der Tröpfchengrößenverteilung in einem detaillierten Scale-up Verfahren kann die Produktqualität zusätzlich steigern und Fehlchargen vermeiden.
Damit wird ein entscheidender Beitrag geleistet zur besseren Beschreibung und Durchführung von Scale-up-Prozessen bei der Herstellung von kosmetischen Emulsionen. Durch diese Methoden können die Anpassungen der Prozessparameter besser eingeordnet und überprüft werden, was dazu beitragen kann, dass Rührgeschwindigkeiten und Mischzeiten reduziert werden können. Dadurch können Prozesskosten gesenkt sowie die Batchanzahl/Produktionsmenge erhöht werden und es wird ein Beitrag zu energiesparenden, nachhaltigen Herstellungsmethoden geleistet.
[1] Werner, J., et al: Charakterisierung und Optimierung von Scale-up Kriterien für verschiedene Mischanlagen zur Herstellung kosmetischer Emulsionen: Poster auf dem Jahrestreffen der DECHEMA – Fachgruppe Mischvorgänge, Frankfurt am Main (2026)
15 | Ein Dosis-Frequenz-Vorbehandlungsmodell zur Bewertung des Hautbarriere-Schutzes gegenüber SDS-induzierter Irritation
CSC
| Cosmetic Science Conference (CSC)
, "ALL COSMETICS, OR WHAT?"
Die Wirksamkeit von Hautbarriere schützenden Produkten wird üblicherweise mithilfe von Vorbehandlungsmodellen in Kombination mit standardisierten Irritans Belastungen beurteilt. Der Einfluss der Anwendungshäufigkeit vor der Irritation wird dabei jedoch nur selten systematisch untersucht. Ziel dieser Studie war es, ein intraindividuelles, dosis und frequenzabhängiges Vorbehandlungsdesign am Unterarm anzuwenden, um die Schutzwirkung einer Wundschutzcreme bei Exposition gegenüber 0,5?% Sodiumdodecylsulfat (SDS) im Vergleich zu unbehandelter Haut zu evaluieren.
Bei 29 gesunden weiblichen Probandinnen mit trockener Haut wurden vier Testareale auf den volaren Unterarmen angelegt: ein unbehandeltes Kontrollareal sowie drei Areale, die mit dem Prüfprodukt entsprechend mit unterschiedlichen Anwendungshäufigkeiten (einmal, zweimal oder dreimal) innerhalb von 24?Stunden vor der Irritationsbelastung vorbehandelt wurden. Die Produktapplikationen erfolgten unmittelbar nach der Baseline Messung/Evaluierung (Tag?0), am Abend von Tag?0 sowie 2?Stunden vor der nächsten Messung/Evaluierung an Tag?1. Die Hautbarrierefunktion sowie Hautirritation wurden mittels transepidermalem Wasserverlust (TEWL) und visueller Erythem Bewertung zu Baseline 1 (t0), 2?Stunden nach der letzten Applikation vor SDS-Provokation (Baseline 2/t1) sowie 24?Stunden nach Entfernung eines 0,5?% SDS Patches (t2) beurteilt. Die Daten zu t1 und t2 wurden relativ zu Baseline (t0) berechnet; zusätzlich wurde t2 relativ zu t1 ausgewertet, um den post-Irritans-Effekt unabhängig vom akuten Produkteffekt vor SDS abzubilden.
24?Stunden nach der Irritation zeigten alle vorbehandelten Areale im Vergleich zur unbehandelten Kontrolle statistisch signifikant niedrigere TEWL Werte und Erythem Scores, was auf eine signifikante Schutzwirkung des Prüfprodukts hinweist, die bereits nach einer einzigen Applikation nachweisbar war.
Dieses dosis frequenzabhängige Vorbehandlungsmodell stellt einen robusten und reproduzierbaren Ansatz zur Untersuchung des Hautbarriere-Schutzes unter akuter Irritans Belastung dar. Über den reinen Wirksamkeitsnachweis hinaus ermöglicht das Studiendesign die Differenzierung anwendungsabhängiger Schutzeffekte und unterstützt damit die Relevanz für Claim Untermauerung und Produktempfehlungen.
16 | Von der Oberfläche zur Struktur: Einfluss von Hautpflege auf die kollagenassoziierte epidermale Basalmembran
CSC
| Cosmetic Science Conference (CSC)
, "ALL COSMETICS, OR WHAT?"
Background: Ziel dieser In-vivo-Studie war die quantitative Bewertung des Einflusses zweier topischer Hautpflegeprodukte (Produkt A: Massageöl; Produkt B: Körperlotion) auf kollagenassoziierte Strukturparameter der epidermalen Basalmembran im Vergleich zu unbehandelter Haut.
Methods: In einer explorativen, kontrollierten und randomisierten Pilotstudie wurden fünf weibliche Probandinnen (Alter: 44–60 Jahre; Mittelwert 51,4 ± 6,5 Jahre) einbezogen. Untersucht wurden fünf definierte Testareale an den volaren Unterarmen. Die Probandinnen wendeten gemäß Randomisierungsschema auf zwei definierten Testarealen über acht Wochen hinweg zweimal täglich die Testprodukte an. Drei weitere Areale dienten als unbehandelte Kontroll- und Baseline-Referenzen. Die Probengewinnung erfolgte mittels Suction-Blister-Technik zu Baseline (t0) und nach acht Wochen (t1). Die Blisterdächer wurden anschließend an ihrer dermalen Seite mittels Rasterelektronenmikroskopie (REM) analysiert, um kollagenassoziierte Strukturparameter der epidermalen Basalmembran zu beurteilen.
Results: Die morphologische Analyse der REM-Bilder zeigte eine konsistente Zunahme der Kollagendichte in den behandelten Arealen im Vergleich zum unbehandelten Kontrollareal nach 8 Wochen. Zwischen den Produkten zeigten sich differenzierte Effekte: Produkt A führte zu einer stärker lokalisierten Verdichtung und Bündelung der Kollagenfasern, während Produkt B eine homogenere, flächigere Zunahme der Kollagenverteilung mit reduzierter Heterogenität bewirkte. Die quantitative Auswertung bestätigte insgesamt eine relative Zunahme kollagenassoziierter Strukturparameter im Vergleich zum unbehandelten Kontrollareal. Für Produkt A wurde eine relative Steigerung zwischen 3?% und 20?% (Mittelwert 13?%) beobachtet, während Produkt B stärkere Effekte zwischen 12?% und 28?% (Mittelwert 22?%) im Vergleich zum Kontrollareal aufwies. In den elektronenmikroskopischen Aufnahmen waren bei den fünf Probandinnen altersabhängige Variationen kollagenassoziierter Strukturparameter erkennbar. Im unbehandelten Kontrollareal wurden nach 8 Wochen keine relevanten strukturellen Veränderungen festgestellt.
Conclusion: Beide getesteten Produkte führten unter kontrollierten Bedingungen zu messbaren, quantifizierbaren Zunahmen kollagenassoziierter Strukturparameter. Dabei zeigten Produkt A und Produkt?B unterschiedliche strukturelle Antwortmuster, wobei Produkt?A durch eine stärkere Faserverdichtung und Produkt?B durch eine homogenere Netzwerkorganisation gekennzeichnet war. Aufgrund der kleinen Stichprobe bedürfen die beobachteten Effekte einer Bestätigung in größeren, statistisch abgesicherten Studien.
17 | Beyond Occlusion: Massage Oil improves Epidermal Barrier and Lipid Architecture
CSC
| Cosmetic Science Conference (CSC)
, "ALL COSMETICS, OR WHAT?"
Hintergrund:
Während die Effekte klassischer Hautpflegeformulierungen wie Emulsionen und Cremes gut untersucht sind, liegen für ölbasierte Produkte wie Massageöle bislang nur begrenzte wissenschaftliche Daten vor, insbesondere hinsichtlich ihrer Wirkung auf die ultrastrukturelle Organisation der Hautbarriere. Gleichzeitig ermöglichen neuartige analytische Methoden erstmals eine kombinierte Bewertung von Lipidzusammensetzung und lamellarer Organisation, wurden jedoch für solche Formulierungen bisher kaum eingesetzt.
Ziel:
Ziel dieser Studie war die Untersuchung des Einflusses eines Pflanzenöl-basierten Massageöls auf epidermale Barrierefunktion, Hydratation sowie Lipidzusammensetzung und -organisation im Stratum corneum im Vergleich zu unbehandelter Haut zu evaluieren.
Methoden:
In einer randomisierten, kontrollierten intraindividuellen Studie wurden 12 gesunde Probanden (Durchschnittsalter 47 Jahre) untersucht. Die Hautbarriere wurde durch eine 7-tägige Vorbehandlung mit einem SDS-haltigen Reinigungsprodukt gezielt gestört. Anschließend wurde ein Massageöl über 2 Tage zweimal täglich auf einen Unterarm appliziert, während der kontralaterale Arm unbehandelt blieb. Die Hydratation des Stratum corneum wurde mittels Corneometrie bestimmt. Die Analyse erfolgte mittels Lipbarvis®?TEM (ultrastrukturelle Organisation) und Lipbarvis®?LIP (Lipidzusammen-setzung).“
Ergebnisse:
Die Behandlung führte zu einer signifikanten Erhöhung der Hydratation (+29,1 %, p<0,001), einer deutlichen Zunahme der interzellulären Lipidlamellen (+116,6 %, p<0,001) sowie einem signifikanten Anstieg des Gesamtlipidgehalts (+17,2 %, p<0,001). Hierbei zeigten sich folgende Zunahmen bei den einzelnen untersuchten Lipiden: Cholesterol (+12%), Freie Fettsäuren (+27%), Ceramid EOS (+17% ), Ceramid AP (15%).
Schlussfolgerung:
Die Ergebnisse zeigen, dass die getestete Pflanzenöl-basierte Formulierung die epidermale Barrierefunktion effektiv verbessern kann. Die kombinierte Methodik erlaubt erstmals eine umfassende ultrastrukturelle Charakterisierung dieser Effekte.
18 | Eine neue nachhaltige Alternative für die Haarkonditionierung
CSC
| Cosmetic Science Conference (CSC)
, "ALL COSMETICS, OR WHAT?"
Tägliche Haarschädigungen erhöhen die statische Aufladung, was zu Rauheit und verminderter Kämmbarkeit führt. Konditionierungsmittel zielen darauf ab, diese Ladungen zu neutralisieren, um das Haar geschmeidiger und leichter kämmbar zu machen. Konventionelle Wirkstoffe wie Behentrimoniumchlorid (BTAC) gelten jedoch als umstritten, da sie häufig aus nicht erneuerbaren Rohstoffen unter Verwendung organischer Lösungsmittel synthetisiert werden.
Ziel dieser Studie war die Bewertung der Wirksamkeit eines neuen Pflegestoffs, eines Alkylpolyetheraminoesters (APAE), der in einem firmeneigenen Verfahren unter Berücksichtigung der Prinzipien der Grünen Chemie synthetisiert wurde. Blondierte Haarsträhnen, die entweder nur mit Shampoo behandelt wurden oder unbehandelt blieben (Kontrollgruppe), wurden vergleichend mit Pflegeformulierungen untersucht, die jeweils 2 % BTAC bzw. 2 % APAE enthielten.
Zur Beurteilung der Pflegewirkung wurden die Kämmbarkeit (durchschnittliche Kraftaufwendung), die Haarresistenz nach dem Bürsten (Anzahl gebrochener Haarfasern), die Frizz-Reduzierung (Bildanalyse) sowie die Oberflächenreibung (Energieaufwand zur Bewegung des Haares innerhalb eines Rings) ermittelt.
Die Ergebnisse zeigten, dass sowohl APAE als auch BTAC die Kämmbarkeit im feuchten und trockenen Zustand im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant verbesserten (p < 0,001). Die Haarfaserresistenz nach 10.000 Bürstenzyklen verdeutlichte, dass die Behandlung mit APAE- und BTAC-Formulierungen die Anzahl gebrochener Haarfragmente im Vergleich zur Kontrolle signifikant reduzierte (p < 0,001). Zudem wiesen die APAE- und BTAC-Gruppen sowohl unmittelbar (p < 0,0001) als auch nach 24 Stunden (p < 0,05) eine signifikante Verringerung von Frizz auf.
Hinsichtlich der Oberflächenreibung (Haarweichheit) bewirkten beide Wirkstoffe im nassen Haar eine signifikante Reduktion (p < 0,0001). Im trockenen Zustand reduzierte die APAE-Gruppe die Reibung signifikant stärker (p < 0,05) als die BTAC- und die Kontrollgruppe. Die Ergebnisse für den Alkylpolyetheraminoester unterstreichen sein Potenzial als wirksame und nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Konditionierungsmitteln.
31 | Grenzflächen- und Volumeneigenschaften von Mischungen aus flüchtigen Amphiphilen und Natriumdodecylsulfat
Scientific Conference (SEPAWA)
| Fragrance (SEPAWA)
, "Perfume Design, Society & Economical Value"
Die in Parfümkompositionen, Kosmetika und Haushaltsprodukten enthaltenen flüchtigen Amphiphile (Duftstoffe) sind flüchtige organische Verbindungen mit geringer Wasserlöslichkeit, guter Löslichkeit in Alkoholen und Ethern, teilweiser Löslichkeit in Ölen und einem breiten Dampfdruckbereich bei Raumtemperatur. Sie werden häufig mit verschiedenen Duftmolekülen und Tensiden (Waschmittel, Weichspüler, Reinigungsmittel) kombiniert, was die Systemeigenschaften beeinflussen kann. Daher ist das Verständnis ihrer molekularen Eigenschaften und ihrer Wechselwirkungen mit Tensiden unerlässlich.
In früheren Studien [1,2] wurden die Oberflächenspannungseigenschaften verschiedener flüchtiger Amphiphile (Linalool, Citronellol, Benzylacetat, Geraniol und (-)-Menthol) untersucht. Die Oberflächenspannungsisothermen bei unterschiedlichen Verhältnissen von flüchtigen Amphiphilen zu Natriumdodecylsulfat (SDS) wurden gemessen und die Daten mithilfe geeigneter theoretischer Modelle analysiert, die quantitative Informationen sowohl über die Eigenschaften im Volumen als auch an der Grenzfläche liefern. Alle Oberflächenspannungsisothermen wurden mithilfe des Van-der-Waals-Modells für eine Zweikomponenten-Adsorptionsschicht unter Berücksichtigung der Gegenionenbindung in der Stern-Schicht und eines anpassbaren Parameters (Grenzflächen-Paarwechselwirkungsenergie) beschrieben. Basierend auf den ermittelten Modellparametern wurden verschiedene Eigenschaften der Adsorptionsschichten berechnet, darunter die Adsorption unterschiedlicher Komponenten, die Belegung der Stern-Schicht und das elektrostatische Grenzflächenpotential. Experimentelle Löslichkeitsdaten wurden mithilfe der Theorie regulärer Lösungen angepasst, um den Volumen-Paarwechselwirkungsparameter zu bestimmen. Das Mischungsverhalten von SDS mit i) Benzylacetat und Citronellol ist antagonistisch; ii) Linalool und Geraniol sind synergistisch; iii) Menthol ist ideal. Diese Ergebnisse unterstützen die praktische Anwendung von VA-SDS-Mischungen.
Referenzen
[1] Danov et al., Colloids Surf. A 625 (2021) 126931
[2] Uzunova et al., JCIS Open 18 (2025) 100133
Danksagungen
The authors are grateful for the financial support from the Project #KP-06-H79/4–05.12.2023 of BG FNI – MON. This research was funded by the European Regional Development Fund under the Operational Program “Scientific Research, Innovation, and Digitization for Smart Transformation 2021-2027”, Project BG16RFPR002-1.014-0005.
41 | Trocknen bis zum Härtesten: Trocknungsleistung in Haushaltsspülmaschinen und ihr Einfluss auf die Hygieneeffizienz
Scientific Conference (SEPAWA)
| Home Care, I & I Cleaning (SEPAWA)
, Detergents
Gemäß dem Sinner-Prinzip sind Zeit, Temperatur, Chemie und mechanische Einwirkung nicht nur für die Reinigung, sondern auch für bakterielle Reduktion entscheidend. In der vorliegenden Studie wurden sekundären Faktoren wie Trocknung separat berücksichtigt, um die komplexe Betriebsweise von Haushaltsgeschirrspülern und deren Interaktion mit mikrobiellen Zellen auf Geschirr genauer abzubilden. Die Trocknungs- und Hygieneeffizienz wurden zunächst einzeln evaluiert und anschließend mittels mathematischer Modellierung kombiniert, um mögliche Korrelationen zwischen diesen Parametern zu untersuchen. Da viele Verbraucher regelmäßig Kurzzeitzyklen verwenden, wurde eine Pareto Analyse durchgeführt, um Parameterkombinationen zu identifizieren, die unter begrenzten Zeitbedingungen eine optimale Trocknungs- und Hygieneeffizienz ermöglichen. Die Versuchsergebnisse zeigten, dass höhere Temperaturen und längere Programmzyklen selbst bei Einsatz von Klarspülern zu einer geringfügigen Verbesserung der Trocknungsleistung führten, wobei die Unterschiede statistisch nicht signifikant waren. Gleichzeitig verbesserten längere Spülgänge mit höheren Betriebstemperaturen die Hygieneeffizienz. Die Korrelationsanalyse ergab einen negativen Zusammenhang zwischen den beiden Parametern. Obwohl die Korrelation darauf hindeutete, dass eine verringerte Trocknungsleistung mit verbesserten Hygieneergebnissen assoziiert war, konnte keine synergistische Wechselwirkung festgestellt werden. Ferner zeigte die Pareto-Analyse, dass kürzere Zyklen in Kombination mit herkömmlichen Geschirrspülmitteln und optimalen Temperaturen günstige Bedingungen hinsichtlich einer hohen bakteriellen logarithmischen Reduktion bei vergleichseweise effizienter Trocknung boten. Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die Temperatur und die Programmdauer, insbesondere bei kürzeren Zyklen, einen korrelierten Einfluss auf die Trocknungsleistung sowie auf die Hygieneeffizienz haben.
42 | Screening und Validierung von Desinfektionsmittel-Formulierungen auf Glycolsäurebasis für bakterizide und viruzide Wirksamkeit
Scientific Conference (SEPAWA)
| Home Care, I & I Cleaning (SEPAWA)
, Disinfectant Agents
Die Nachfrage nach leistungsstarken Flächendesinfektionsmitteln mit nachgewiesener Wirksamkeit gegen sowohl Bakterien als auch Viren treibt weiterhin die Entwicklung optimierter, multikomponentiger antimikrobieller Systeme voran. Glycolsäure, eine ?-Hydroxysäure mit intrinsischer antimikrobieller Aktivität, stellt eine vielversprechende Grundlage für solche Formulierungen dar, insbesondere in Kombination mit komplementären Tensidsystemen und zusätzlichen Wirkverstärkern. Eine systematische Bewertung von Glycolsäure-basierten Kombinationen hinsichtlich sowohl bakterizider als auch viruzider Endpunkte unter harmonisierten Standards ist jedoch bislang begrenzt.
In dieser Studie wurde ein strukturierter Screening- und Validierungsansatz angewendet, um die antimikrobielle Leistung einer Reihe von Glycolsäure-basierten Formulierungen zu bewerten, die unterschiedliche Tensidklassen und Wirkverstärker enthalten. Ein initiales Panel von Kandidatenformulierungen wurde mittels EN-standardisierter Suspensionsprüfungen auf bakterizide und viruzide Wirksamkeit (EN 1276 und EN 14476) unter definierten sauberen oder verschmutzten Bedingungen sowie gegen repräsentative Bakterien und Viren gescreent. Basierend auf vordefinierten Leistungskriterien wurde eine Auswahl führender Formulierungen für eine weiterführende Bewertung unter Verwendung sowohl von Suspensions- als auch Oberflächenmethoden ausgewählt, einschließlich EN 13697 (für bakterizide Aktivität) sowie EN 14476 und EN 16777 (für viruzide Aktivität).
Die Screening-Phase ermöglichte die schnelle Identifizierung von Formulierungssystemen mit verbesserter antimikrobieller Leistung im Vergleich zu Glycolsäure allein und verdeutlichte die Rolle komplementärer Mechanismen. Die anschließende Validierung zeigte, dass ausgewählte Formulierungen die erforderlichen log??-Reduktionswerte für bakterizide und viruzide Ansprüche unter relevanten Prüfbedingungen, einschließlich simulierter organischer Verschmutzung, erreichten.
Insgesamt etabliert diese Arbeit einen robusten und skalierbaren Rahmen für die Entwicklung und Bewertung von Glycolsäure-basierten Flächendesinfektionsmitteln, der eine effiziente Identifizierung von Formulierungen ermöglicht, die regulatorische Wirksamkeitsstandards erfüllen und gleichzeitig praktische Anwendungseigenschaften beibehalten.
43 | Biobasierter Smart-Polymer zur Verbesserung der Textilbeständigkeit und Anti-Pilling-Leistung in der Wäschepflege
Scientific Conference (SEPAWA)
| Home Care, I & I Cleaning (SEPAWA)
, Detergents
Die Umweltbelastung der Textil- und Modeindustrie, insbesondere durch das Fast-Fashion-Modell, hat die Nachfrage nach Technologien erhöht, die die Lebensdauer von Kleidungsstücken verlängern und gleichzeitig nachhaltige Prinzipien unterstützen. Im Markt für Textilpflege stellen Innovationen, die Textilfasern während der Haushaltswäsche schützen, eine wichtige Strategie dar, um eine vorzeitige Entsorgung von Kleidung zu reduzieren und einen verantwortungsvolleren Konsum zu fördern.
Diese Arbeit stellt ein biobasiertes Polymer vor, das entwickelt wurde, um die Haltbarkeit von Textilien in Anwendungen der Wäschepflege wie Waschmitteln und Weichspülern zu verbessern. Das Polymer wird durch Verfahren der Grünen Chemie unter Verwendung erneuerbarer Rohstoffe synthetisiert. Es wird durch radikalische Polymerisation von Itaconsäure in wässrigem Medium hergestellt, gefolgt von einer Veresterung mit Glycerin, wodurch Hydroxyester-Polyitaconat-Strukturen entstehen. Der Syntheseansatz minimiert den Einsatz gefährlicher Reagenzien, reduziert Abfall und Energieverbrauch und erzeugt ein biologisch abbaubares Material, das mit Formulierungen im Home-Care-Bereich kompatibel ist.
Der Wirkmechanismus basiert auf intermolekularen Wechselwirkungen zwischen den Hydroxyl- und Carboxylgruppen des Polymers und den Hydroxylgruppen der Cellulosefasern. Diese Wechselwirkungen fördern die Ablagerung und Haftung des Polymers auf der Textiloberfläche und verändern die viskoelastischen Eigenschaften der Fasern. Dadurch werden die Fasern flexibler und widerstandsfähiger, was Faserbruch und Ablösung während wiederholter Waschzyklen reduziert.
Die Leistungsfähigkeit wurde mithilfe standardisierter Textilprüfmethoden nach mehreren Haushaltswaschzyklen sowohl in Waschmittel- als auch in Weichspülerformulierungen bewertet. Die Anti-Pilling-Leistung wurde mit der Martindale-Methode (ASTM D4970) untersucht, während mechanische Festigkeit und Deformation durch angepasste Zugtests (ISO 13934-1) gemessen wurden. Weitere Untersuchungen umfassten Knittererholung und mikroskopische Analysen.
Die Ergebnisse zeigten deutliche Verbesserungen beim Textilerhalt. Das biobasierte Polymer reduzierte die Pillingbildung in Weichspülersystemen um bis zu 70 %, verbesserte die Textilkonditionierung, erhöhte die Dehnungsfähigkeit und verringerte die verbleibende Deformation. Zudem wurden eine Reduzierung von Knitterfalten sowie eine verbesserte Weichheit wahrgenommen.
Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass biobasierte Polymertechnologien die Lebensdauer von Textilien effektiv verlängern können und gleichzeitig nachhaltigere Lösungen für die Textilpflege unterstützen.
44 | Impact of Alkyl Chain Length Distribution on LAS Performance: Enabling Alternative LAB Feedstocks
Scientific Conference (SEPAWA)
| Home Care, I & I Cleaning (SEPAWA)
, Cleaning Agents
The detergent sector, as part of the chemical industry, is at a pivotal moment of transformation. Growing awareness around sustainability and resilience is encouraging the industry to rethink how key ingredients are sourced and produced. Many traditional formulations rely on a limited set of feedstocks, which highlights the importance of diversifying raw material options and strengthening supply robustness.
In this context, ingredient producers have a unique opportunity to move beyond conventional raw materials, explore innovative combinations of feedstocks, and develop alternative production routes. At the same time, R&D efforts play a critical role in accelerating the use of renewable and circular raw materials, with the objective of improving the sustainability profile of ingredients while fully preserving their expected performance, particularly in the case of surfactants.
Linear alkylbenzene (LAB) is the raw material for linear alkylbenzene sulfonate (LAS), the most used synthetic surfactant in detergency. Its manufacture is traditionally linked to paraffins from kerosene. But it can also be produced by co-processing olefins from other origins or even vegetable oils. The properties of final LAS could strongly depend on the alkyl chain distribution obtained from these alternative feedstocks.
With the aim of assessing this impact, the properties of individual alkyl chain fractions of LAS were studied. The consequence of increasing light cuts (C10) or heavy ones (C13-C14) was investigated in washing performance, solubility, viscosity or foaming ability. Furthermore, these pure cuts were blended to simulate alkyl chain distributions obtained from alternative feedstocks or from different co-processing options.
45 | Vergleichende Analyse von High-Level-Desinfektionsmitteln bei der Eliminierung mikrobieller Biofilme auf Oberflächen im Gesundheitswesen
Scientific Conference (SEPAWA)
| Home Care, I & I Cleaning (SEPAWA)
, Disinfectant Agents
Mikrobielle Biofilme stellen aufgrund ihrer hohen Toleranz gegenüber herkömmlichen chemischen Wirkstoffen eine erhebliche Herausforderung im Gesundheitswesen dar. Dieses Poster präsentiert eine vergleichende Analyse von High-Level-Desinfektionsmitteln (HLD) und konzentriert sich dabei auf die Wirksamkeit traditioneller Oxidationsmittel – wie Natriumhypochlorit (Bleichmittel), Peressigsäure (PES) und Wasserstoffperoxid (H2O2 – im Vergleich zu Formulierungen mit stabilisiertem Chlordioxid.
Die Untersuchung unterstreicht, dass HLDs zwar in der Regel hochreaktive Oxidationsmittel sind, ihre Leistung unter Realbedingungen jedoch stark von der Produktformulierung und der Applikationsmethode beeinflusst wird. Im Gegensatz zu weniger reaktiven chemischen Verbindungen müssen die untersuchten Oxidationsmittel die komplexe extrazelluläre polymere Substanzmatrix (EPS) eines Biofilms effektiv durchdringen, um die Mikroorganismen abzutöten bzw. zu deaktivieren.
Der Vergleich verdeutlicht, dass Natriumhypochlorit zwar eine Standardbehandlung darstellt, seine Grenzen jedoch in der mangelnden Materialverträglichkeit und der möglichen Bildung krebserregender organischer Verbindungen liegen. Im Gegensatz dazu bieten Formulierungen mit stabilisiertem Chlordioxid eine robuste Alternative, die eine hohe Anti-Biofilm-Aktivität bei gleichzeitiger Materialschonung aufweist. Darüber hinaus wendet die Analyse duale Bewertungskriterien an: die Fähigkeit, Krankheitserreger innerhalb des Biofilms abzutöten, sowie die physische Entfernung der biologischen Matrix von der Oberfläche. Durch die Bewertung der Gesamtleistung des Produkts anstelle der bloßen Wirkstoffkonzentration bietet diese Präsentation einen wissenschaftlichen Rahmen für die Auswahl von Desinfektionstechnologien, die eine hohe antimikrobielle Wirksamkeit mit Anwendersicherheit und Oberflächenverträglichkeit in Einklang bringen.
46 | Vom Reinigen zum Faserschutz: Ein neuer Ansatz zur Reduzierung der Mikrofaserauslösung während des Waschprozesses
Scientific Conference (SEPAWA)
| Home Care, I & I Cleaning (SEPAWA)
, Detergents
Die Freisetzung von Mikrofasern aus Textilien während des häuslichen Waschens gilt als bedeutende Quelle von Mikroplastik. In dieser Studie wird eine Flüssigwaschmittel-Formulierung für Kaltwaschbedingungen entwickelt, um das Potenzial zur Reduzierung der Mikrofaserauslösung aus polyesterbasierten Textilien durch gezielte Steuerung von Faser–Oberflächen-Interaktionen zu untersuchen.
Die Formulierung basiert auf Alkylpolyglucosid-(APG)-Tensiden, die aufgrund ihrer milden Wechselwirkung mit Textilfasern und ihrer Eignung für Niedrigtemperaturwaschprozesse ausgewählt wurden. Ein konventionelles Enzymsystem wird zur Sicherstellung der Reinigungsleistung integriert, während eine Polyesterase als funktionelle Komponente eingesetzt wird, die gezielt auf Polyesterfaseroberflächen wirkt. Dabei dient die Polyesterase nicht der Fleckentfernung, sondern der kontrollierten Modifikation der Faseroberfläche.
Dieser Effekt wird durch ein wasserlösliches Polymersystem unterstützt, das mit Polyesteroberflächen interagiert und Faser–Faser-Wechselwirkungen reguliert. Durch die Reduzierung von Reibungskräften und mechanischer Belastung während des Waschens soll die Ablösung schwacher Faserfragmente begrenzt und somit die Mikrofaserauslösung reduziert werden.
Der Ansatz kombiniert drei synergistische Mechanismen: (i) schonende Reinigung durch APG-basierte Tenside, (ii) enzymgetriebene Oberflächenmodifikation und (iii) polymergestützte Regulation der Faserinteraktionen. Die Leistungsbewertung erfolgt an standardisierten Polyester- und Mischgeweben unter kontrollierten Waschbedingungen.
Die Mikrofaserauslösung wird durch Filtration der Waschflotten und anschließende gravimetrische Analyse bestimmt. Die Reinigungsleistung wird mittels standardisierter Flecktests und spektrophotometrischer ?L-Messungen bewertet.
Die Ergebnisse zeigen, dass die entwickelte Formulierung das Potenzial besitzt, die Mikrofaserauslösung zu reduzieren und gleichzeitig die Reinigungsleistung unter Kaltwaschbedingungen aufrechtzuerhalten. Die Arbeit verdeutlicht den Übergang von passiver Reinigung hin zur aktiven Steuerung von Faserinteraktionen als innovativen Formulierungsansatz.
51 | Multifunktionaler Ansatz gegen Hautglykation: Wissenschaft trifft Wirksamkeit
Scientific Conference (SEPAWA)
| Personal Care (SEPAWA/CAT)
, Targeting Longevity, Next Level in Anti-Aging & Well-Being?
Die Glykation der Haut zählt zu den zentralen Mechanismen der Hautalterung. Sie entsteht, wenn Zuckermoleküle nicht-enzymatisch an Strukturproteine der Haut, vor allem Kollagen und Elastin, binden. Dabei entstehen sogenannte fortgeschrittene Glykationsendprodukte (AGEs), die die Hautarchitektur nachhaltig verändern. In der Folge verliert die Haut an Elastizität, Faltenbildung wird gefördert, der Teint wirkt uneben, und die natürliche Regenerationsfähigkeit nimmt ab.
Wir stellen eine synergistische Anti-Glykations-Lösung vor, die mehrere Wirkmechanismen vereint: Sie hemmt die Proteinvernetzung, unterstützt den Abbau bereits gebildeter AGEs und moduliert die RAGE-vermittelten Signalwege, um zelluläre Schäden zu reduzieren. Dieser Ansatz geht über klassische Einzelstrategien hinaus und bietet umfassenden Schutz vor glykativem Stress.
Die Einbindung der MikroRNA miR-145-5p ist ein zentraler Innovationbaustein unserer Strategie, sie wurde im Rahmen transkriptomischer Analysen als entscheidender genetischer Regulator identifiziert, der glykationsbedingte Prozesse direkt mit der Hautalterung in Verbindung bringt. In Kombination mit proteomischen Untersuchungen konnten funktionell relevante Proteine charakterisiert werden, die an Faltenbildung (MMP1, MMP3, COL1A1, ELN), Entzündung (CXCL8, S100A2), antioxidativem Schutz (SOD2, SIRT3, GPX4), Pigmentierung (TYRP1, PMEL) und der Hautbarriereintegrität (TJP1, KRT16) beteiligt sind. Damit lässt sich eine präzise Intervention auf mehreren biologischen Ebenen realisieren.
Zur Behandlung der bislang als kaum reversibel geltenden glykationsbedingten Veränderungen wurde eine Kombination aus löslichem RAGE (sRAGE) und Autophagie-Induktion entwickelt. Dieser Ansatz bindet AGEs und unterstützt die Wiederherstellung der Proteinfunktion.
Die Wirksamkeit des Rohstoffs wurde in einer placebokontrollierten klinischen Studie mit 190 Probanden im Alter von 20 bis 70 Jahren über 12 Wochen nachgewiesen. Bewertet wurden Hautton (ITA°), Helligkeit (L*-Werte), Gelbanteil (b*-Werte), Pigmentierung, UV-Chromophore und AGE-Gehalt. Verbesserungen zeigten sich in sechs Bereichen: Reduktion der Glykation, Verringerung des Gelbstichs, Aufhellung, Faltenprävention, Straffung und gesteigerte Elastizität.
52 | Enzymatische Reparatur UV-induzierter DNA-Schäden als zentraler Treiber der biologischen Hautalterung
Scientific Conference (SEPAWA)
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, Targeting Longevity, Next Level in Anti-Aging & Well-Being?
Ultraviolette (UV) Strahlung ist der wichtigste umweltbedingte Treiber der Hautalterung und führt zur Bildung von DNA-Läsionen wie Cyclobutan-Pyrimidin-Dimeren (CPDs), die die genomische Stabilität beeinträchtigen und zu zellulärer Dysfunktion, chronischer Entzündung sowie zum Abbau der extrazellulären Matrix beitragen.
Diese Arbeit untersucht eine CPD-Photolyase, die aus einem antarktischen Extremophilen stammt und an Bedingungen mit hoher UV-Strahlung angepasst ist. Das Enzym wurde durch einen proprietären biotechnologischen Prozess entwickelt und steht unter Patentschutz.
Photolyasen sind lichtaktivierte Enzyme, die CPDs direkt reversieren können. In dieser Studie wurden In-vitro- und Ex-vivo-Modelle eingesetzt, um sowohl die Hautpenetration als auch die DNA-Reparatureffizienz nach UV-Exposition zu bewerten. Die Ergebnisse zeigen eine effektive Penetration in relevante Hautschichten sowie eine vollständige Entfernung von CPDs unter kontrollierten experimentellen Bedingungen.
Die Wiederherstellung der DNA-Integrität war mit dem Erhalt der zellulären Funktion unter UV-induziertem Stress verbunden und unterstützt einen mechanistischen Ansatz, der auf die primären Treiber der Hautalterung abzielt.
Diese Ergebnisse legen nahe, dass die enzymatische DNA-Reparatur eine relevante Strategie zur Förderung der Hautlanglebigkeit darstellt und den Fokus von der nachgelagerten Korrektur sichtbarer Zeichen auf eine Intervention auf Ebene primärer molekularer Schäden verlagert.
53 | Optimierung der Stabilität und Freisetzung biomimetischer Wachstumsfaktoren durch pflanzliche Oleosomenfusionen in Haut- und Haarpflege
Scientific Conference (SEPAWA)
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, Targeting Longevity, Next Level in Anti-Aging & Well-Being?
ZIELSETZUNG
Biomimetische Wachstumsfaktoren gewinnen in der kosmetischen Wissenschaft zunehmend an Bedeutung, insbesondere aufgrund ihrer Rolle bei der Hautregeneration und der Aufrechterhaltung der Gewebehomöostase. Ihre breitere Anwendung wurde jedoch bislang durch eine geringe Proteinstabilität sowie eine ineffiziente Penetration durch das Stratum corneum eingeschränkt. Ziel dieser Arbeit ist die Bewertung einer pflanzenbasierten Oleosomen-Wachstumsfaktor-Fusionstechnologie, die entwickelt wurde, um die Stabilität und Bioverfügbarkeit von Proteinen in kosmetischen Formulierungen zu verbessern. Darüber hinaus wird das Potenzial dieser Technologie für Anwendungen in der Kopfhaut- und Haarpflege untersucht. Zusätzlich erfolgt eine Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung dieses pflanzenbasierten Produktionssystems.
MATERIALIEN & METHODEN
Humanidentischer epidermaler Wachstumsfaktor (EGF) und Fibroblasten-Wachstumsfaktor-2 (FGF-2) wurden in Samen von Camelina sativa als Fusionen mit nativen Oleosomenstrukturen exprimiert. Die Oleosomen-Protein-Komplexe wurden mittels wässriger, energiearmer Verfahren ohne den Einsatz organischer Lösungsmittel isoliert. Die Proteinstabilität wurde unter beschleunigten Lagerbedingungen untersucht. Unabhängige klinische Studien an Probanden bewerteten topische Formulierungen mit Oleosomen-Wachstumsfaktor-Fusionen. Hautpflegestudien analysierten über einen Zeitraum von 14 Tagen Parameter wie Falten, Festigkeit, Pigmentierung und Barrierefunktion, einschließlich eines Vergleichs mit Retinol. Eine separate klinische Studie untersuchte eine Oleosomen-FGF-2-Fusion in Haarpflegeanwendungen, wobei Kopfhautzustand und Haarparameter gemessen wurden. Die Nachhaltigkeitsleistung wurde anhand externer ESG-Bewertungsrahmen, einschließlich EcoVadis, analysiert.
ERGEBNISSE
Die Oleosomen-Wachstumsfaktor-Fusionen zeigten eine deutlich verbesserte Proteinstabilität im Vergleich zu nicht fusionierten Wachstumsfaktoren. In Hautpflegestudien wurden innerhalb von 14 Tagen sichtbare Verbesserungen bei Falten, Hautfestigkeit, Pigmentierung und barrierebezogenen Parametern beobachtet, mit einer Leistung, die mit retinolbasierten Formulierungen vergleichbar oder überlegen war, bei gleichzeitig guter Verträglichkeit. In Haarpflegeanwendungen führte die Behandlung mit einer Oleosomen-FGF-2-Fusion zu messbaren Zunahmen der Haardichte, der Haarschaftdicke sowie wachstumsbezogener Haarparameter. Die unabhängige ESG-Bewertung stufte das Produktionssystem als eines der weltweit leistungsstärksten ein.
SCHLUSSFOLGERUNG
Die pflanzenbasierte Oleosomen-Wachstumsfaktor-Fusionstechnologie stellt eine effektive Strategie dar, um die Stabilität und den Transport biomimetischer Proteine in kosmetischen Anwendungen zu verbessern. Sie kombiniert klinisch relevante Wirksamkeit mit einer unabhängig bestätigten, ressourcenschonenden pflanzlichen Produktion und zeigt vielversprechendes Potenzial sowohl für Hautpflege- als auch für Haarpflegeanwendungen.
61 | Entkeimungsmethode für Walmuschalen, Aprikosenschalen und Maismehle
Scientific Conference (SEPAWA)
| Sustainability (SEPAWA)
, Environment
Azett and BactEX haben 4 Jahre verbracht in F&E um eine Methode zu entwickeln um natrürliche poröse Reibekörper wie z.B Waslnusskernmehl, Aprikosenkernmehl, Maiskolbenmehl zu entkeimen.
DIe gängigen Methoden benutzen Wasserstoffperoxid, Hitzebehandlung oder die Irradiation um die Keim last auf ein minimum zu reduzieren. Diese Methoden haben Ihre bekannte Nachteile wie hohe Kosten oder auch spuren von unreagiertem Matereialie die in Kosmetika unerwünscht sind.
WIr haben ein neue Methode entwickelt die mit den Nachweisen der EN 1276 und EN 1650 eine Keim reduzierung von 4 Log stufen in einer productionsüblichen Zeit und Anwendung erfolgen kann.
DIese Methode lässt sich auf alle wässirige System als “ in situ“ entkeimung anwenden.
Als unerwartetes Ergebniss dieser Forschung ist eine Serie von Desinfektionsmittel für Hände und Oberflächen entstanden die nach den gültigen EN Normen (EN 13727, EN 14476, EN 17387, EN 13624, EN 1500) getestet wurde und sich zur Zeit in der EU Zulassung befindet.
62 | Wirkung der Phosphonate HEDP und PBTC auf macrozoobenthische Organismen
Scientific Conference (SEPAWA)
| Sustainability (SEPAWA)
Co-Authors:
1) Dominic Armbruster, TZW: DVGW-Technologiezentrum Wasser, Karlsruhe
2) Anja Coors, ECT Oekotoxikologie GmbH, Flörsheim
3) Philipp Egeler, ECT Oekotoxikologie GmbH, Flörsheim
4) Oliver Happel, TZW: DVGW-Technologiezentrum Wasser, Karlsruhe
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In Wasch- und Reinigungsmitteln sind u. a. biologisch schwer abbaubare organische Inhaltsstoffe enthalten, deren Umweltverhalten noch nicht gänzlich bekannt ist. Zu diesen Stoffen gehören auch die stark an Sediment und Schwebstoffe adsorbierenden Phosphonsäuren 1- Hydroxyethan- 1,1- diphosphonsäure (HEDP) und 2- Phosphonobutan- 1,2,4- tricarbonsäure (PBTC). Diese gelangen in zwar sehr geringen Mengen jedoch durch einen stetigen Einstrom über die Abläufe von Kläranlagen in die Oberflächengewässer und damit auch in Kontakt zu den Sedimenten bzw. Schwebpartikeln der Gewässer. Die im, in engen Kontakt mit oder von Sediment bzw. Sedimentbestandteilen lebenden Organismen wurden jedoch zur Bewertung des ökotoxischen Potentials von HEDP und PBTC bisher nicht untersucht.
Die Wirkung von an Sediment adsorbiertem HEDP bzw. PBTC auf Vertreter des Makrozoobenthos wurde nun in einem Forschungsvorhaben untersucht. Erste Ergebnisse aus ökotoxikologischen Tests zur Untersuchung des dermalen und/oder oralen Aufnahmeweges mit Lumbriculus variegatus (nach OECD TG 225) sowie zur Erforschung der Phosphonat-Wirkung auf die Reproduktion bzw. Entwicklung von Chironomus riparius (nach OECD TG 233) in rekonstituierten Sediment-Wasser-Systemen werden vorgestellt und erste ökotoxikologischer Kennzahlen abgeleitet. Die erhaltenen Wirkungsprofile der untersuchten Phosphonate auf Sedimentbewohner sollen eine realere Risikobewertung beider Substanzen ermöglichen.
