Aktuelle Vorträge / Poster
(nach dem Kongress in der SOFW Mediathek verfügbar)
ODOURNET France - SENSENET
Sensory and Molecular Analyses Consultant
14.10.2026
15:00
15:30
Room 1
Die Wahrnehmung der Geruchsfrische bei Textilien entschlüsseln: Erkenntnisse aus dem „Freshness Gap“
Scientific Conference (SEPAWA)
| Home Care, I & I Cleaning (SEPAWA)
, Detergents
(nach dem Kongress in der SOFW Mediathek verfügbar)
Vortragssprache: English
Frische in der Textilpflege spiegelt die sensorische Wahrnehmung sauberer, angenehm duftender Textilien wider, die durch das Gleichgewicht zwischen verbleibendem unangenehmen Geruch und der Freisetzung von Duftstoffen im Laufe der Zeit bestimmt wird. In der Praxis werden Textilien mit hoher Duftstoffablagerung von den Verbrauchern nicht immer als frisch empfunden, was die Komplexität der Frischewahrnehmung verdeutlicht.
In dieser Studie wurden standardisierte Textilsubstrate mit Formulierungen behandelt, die sich in ihrer Duftzusammensetzung und ihren Geruchskontrolleigenschaften unterschieden. Flüchtige Verbindungen wurden über mehrere Zeitpunkte hinweg mittels Headspace-GC-MS überwacht, während geschulte Sensorik-Panels die Intensität unangenehmer Gerüche, Duftattribute, den hedonischen Ton und die Frischewahrnehmung zu verschiedenen Zeitpunkten bewerteten.
Die Ergebnisse zeigen, dass die wahrgenommene Frische nur teilweise mit der Duftintensität allein korreliert, was die Bedeutung einer wirksamen Geruchsunterdrückung und einer ausgewogenen Duftzusammensetzung unterstreicht. Es wurde eine messbare „Frische-Lücke“ zwischen einer analytisch hohen Duftstoffablagerung und der wahrgenommenen Frische beobachtet, was das Zusammenspiel von Geruchsunterdrückung, zeitlicher Freisetzung flüchtiger Verbindungen und sensorischer Interpretation widerspiegelt. Darüber hinaus variiert die Frischewahrnehmung je nach geografischer Region: Zitrus- und Lavendelnoten dominieren in Europa und Nordamerika, während holzige oder Oud-Noten in den Märkten des Nahen Ostens und Asiens Frische vermitteln, was die kulturelle Prägung der hedonischen Reaktion unterstreicht.
Diese Ergebnisse liefern einen quantitativen Laboransatz, der standardisierte Textilprüfungen, Headspace-Analysen und geschulte Sensorik-Panels kombiniert. Dieser Ansatz ermöglicht eine zuverlässige Quantifizierung der olfaktorischen Reinheitswahrnehmung und dient gleichzeitig als Leitfaden für die Auswahl von Duftstoffen und Strategien zur Geruchskontrolle, um die wahrgenommene Frische von Textilpflegeformulierungen zu verbessern.
Über die wahrgenommene Sauberkeit hinaus wird von Duftstoffen in Textilpflegeprodukten zunehmend erwartet, dass sie zum emotionalen Wohlbefinden beitragen. Die Integration von Messgrößen für emotionale Reaktionen neben analytischen und sensorischen Messungen könnte daher ein ganzheitlicheres Verständnis der Verbrauchererfahrung ermöglichen.