SGS INSTITUT FRESENIUS GmbH
Customer Service Consultant
15 | Ein Dosis-Frequenz-Vorbehandlungsmodell zur Bewertung des Hautbarriere-Schutzes gegenüber SDS-induzierter Irritation
CSC
| Cosmetic Science Conference (CSC)
, "ALL COSMETICS, OR WHAT?"
Die Wirksamkeit von Hautbarriere schützenden Produkten wird üblicherweise mithilfe von Vorbehandlungsmodellen in Kombination mit standardisierten Irritans Belastungen beurteilt. Der Einfluss der Anwendungshäufigkeit vor der Irritation wird dabei jedoch nur selten systematisch untersucht. Ziel dieser Studie war es, ein intraindividuelles, dosis und frequenzabhängiges Vorbehandlungsdesign am Unterarm anzuwenden, um die Schutzwirkung einer Wundschutzcreme bei Exposition gegenüber 0,5?% Sodiumdodecylsulfat (SDS) im Vergleich zu unbehandelter Haut zu evaluieren.
Bei 29 gesunden weiblichen Probandinnen mit trockener Haut wurden vier Testareale auf den volaren Unterarmen angelegt: ein unbehandeltes Kontrollareal sowie drei Areale, die mit dem Prüfprodukt entsprechend mit unterschiedlichen Anwendungshäufigkeiten (einmal, zweimal oder dreimal) innerhalb von 24?Stunden vor der Irritationsbelastung vorbehandelt wurden. Die Produktapplikationen erfolgten unmittelbar nach der Baseline Messung/Evaluierung (Tag?0), am Abend von Tag?0 sowie 2?Stunden vor der nächsten Messung/Evaluierung an Tag?1. Die Hautbarrierefunktion sowie Hautirritation wurden mittels transepidermalem Wasserverlust (TEWL) und visueller Erythem Bewertung zu Baseline 1 (t0), 2?Stunden nach der letzten Applikation vor SDS-Provokation (Baseline 2/t1) sowie 24?Stunden nach Entfernung eines 0,5?% SDS Patches (t2) beurteilt. Die Daten zu t1 und t2 wurden relativ zu Baseline (t0) berechnet; zusätzlich wurde t2 relativ zu t1 ausgewertet, um den post-Irritans-Effekt unabhängig vom akuten Produkteffekt vor SDS abzubilden.
24?Stunden nach der Irritation zeigten alle vorbehandelten Areale im Vergleich zur unbehandelten Kontrolle statistisch signifikant niedrigere TEWL Werte und Erythem Scores, was auf eine signifikante Schutzwirkung des Prüfprodukts hinweist, die bereits nach einer einzigen Applikation nachweisbar war.
Dieses dosis frequenzabhängige Vorbehandlungsmodell stellt einen robusten und reproduzierbaren Ansatz zur Untersuchung des Hautbarriere-Schutzes unter akuter Irritans Belastung dar. Über den reinen Wirksamkeitsnachweis hinaus ermöglicht das Studiendesign die Differenzierung anwendungsabhängiger Schutzeffekte und unterstützt damit die Relevanz für Claim Untermauerung und Produktempfehlungen.