Ilgım Özdemir

Saruhan Chemical & Cleaning Products Industry Trade CO. INC.

R&D / R&D Executive

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46 | Vom Reinigen zum Faserschutz: Ein neuer Ansatz zur Reduzierung der Mikrofaserauslösung während des Waschprozesses

Die Freisetzung von Mikrofasern aus Textilien während des häuslichen Waschens gilt als bedeutende Quelle von Mikroplastik. In dieser Studie wird eine Flüssigwaschmittel-Formulierung für Kaltwaschbedingungen entwickelt, um das Potenzial zur Reduzierung der Mikrofaserauslösung aus polyesterbasierten Textilien durch gezielte Steuerung von Faser–Oberflächen-Interaktionen zu untersuchen.
Die Formulierung basiert auf Alkylpolyglucosid-(APG)-Tensiden, die aufgrund ihrer milden Wechselwirkung mit Textilfasern und ihrer Eignung für Niedrigtemperaturwaschprozesse ausgewählt wurden. Ein konventionelles Enzymsystem wird zur Sicherstellung der Reinigungsleistung integriert, während eine Polyesterase als funktionelle Komponente eingesetzt wird, die gezielt auf Polyesterfaseroberflächen wirkt. Dabei dient die Polyesterase nicht der Fleckentfernung, sondern der kontrollierten Modifikation der Faseroberfläche.
Dieser Effekt wird durch ein wasserlösliches Polymersystem unterstützt, das mit Polyesteroberflächen interagiert und Faser–Faser-Wechselwirkungen reguliert. Durch die Reduzierung von Reibungskräften und mechanischer Belastung während des Waschens soll die Ablösung schwacher Faserfragmente begrenzt und somit die Mikrofaserauslösung reduziert werden.
Der Ansatz kombiniert drei synergistische Mechanismen: (i) schonende Reinigung durch APG-basierte Tenside, (ii) enzymgetriebene Oberflächenmodifikation und (iii) polymergestützte Regulation der Faserinteraktionen. Die Leistungsbewertung erfolgt an standardisierten Polyester- und Mischgeweben unter kontrollierten Waschbedingungen.
Die Mikrofaserauslösung wird durch Filtration der Waschflotten und anschließende gravimetrische Analyse bestimmt. Die Reinigungsleistung wird mittels standardisierter Flecktests und spektrophotometrischer ?L-Messungen bewertet.
Die Ergebnisse zeigen, dass die entwickelte Formulierung das Potenzial besitzt, die Mikrofaserauslösung zu reduzieren und gleichzeitig die Reinigungsleistung unter Kaltwaschbedingungen aufrechtzuerhalten. Die Arbeit verdeutlicht den Übergang von passiver Reinigung hin zur aktiven Steuerung von Faserinteraktionen als innovativen Formulierungsansatz.